Walter Bucher gehörte zu den prägenden Figuren des Bahnradsports
Am 8. Juni wäre der Zürcher Radrennfahrer Walter Bucher 100 Jahre alt geworden. Seine grössten Erfolge feierte er in den 1950er-Jahren auf der Bahn.

Die Krönung der Karriere gelang Bucher als Steher. Bei diesen Rennen fährt man im Windschatten eines Motorrades. Von 1955 bis 1960 besass der Zürcher in dieser Kategorie praktisch ein Dauer-Abo auf den Schweizer Meistertitel, welchen er fünfmal holte.
An Weltmeisterschaften schlug Buchers grösste Stunde im September 1958. Nach zweimal WM-Silber (1955 und 1957) und einmal WM-Bronze (1956) fuhr er im Pariser Prinzenpark-Stadion die Konkurrenten in Grund und Boden – das WM-Rennen der Steher gewann er mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 81,3 km/h und drei Runden Vorsprung. Das Bild zeigt Bucher, wie er im Weltmeistertrikot vom Podest und mit einem Blumenstrauss in der rechten Hand lachend ins Publikum winkt.
Der Zürcher war aber auch ein sehr erfolgreicher Sechstagefahrer. Von 66 Rennen gewann er deren elf, neun davon mit seinem Standardpartner Jean Roth. Das Duo wurde – aufgrund seiner roten Trikots – die «Roten Teufel» genannt.
Bevor Bucher mit den Sechstage- und Steherrennen zu seiner Berufung fand, gehörte er auf der Strasse zu den besten Schweizer Amateuren. Im August 1950 nahm er an der Strassen-WM in Belgien am Amateurrennen teil, in welchem er den 16. Platz belegte.
Seine Karriere beendete Bucher nach seinem dritten schweren Unfall, der sich 1961 ereignete. Er habe danach seiner Frau Anna versprochen, nur noch privat Velo zu fahren, erzählte der ehemalige Steher-Weltmeister im Frühjahr 2016 der Höngger Zeitung.
«Früher trug man nur kleine Lederhelme, die halfen bei Stürzen nicht wirklich viel», so Bucher, der während seiner Karriere neben mehreren Schlüsselbeinbrüchen auch einmal einen Schädelbasis-Bruch erlitt. 1962 gründete der gelernte Maschinenschlosser eine Spedition.
Am 6. März 2025 verstarb Walter Bucher, der zeit seines Lebens dem Radfahrer-Verein Höngg verbunden blieb und auch als Senior noch mehrmals pro Woche Ausfahrten mit dem Rennvelo und dem Mountainbike unternahm, im Alter von 98 Jahren.
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