Feuerwerkhändler: «Sollten 1. August auf Mai verschieben»
Fast im ganzen Land gilt am Nationalfeiertag am 1. August ein Feuerwerksverbot. Ein Feuerwerkhändler nimmt's mit Humor – trotz finanzieller Lücke.
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Das Wichtigste in Kürze
- Pünktlich zum Nationalfeiertag gilt fast in der ganzen Schweiz ein absolutes Feuerverbot.
- Feuerwerkshändler Alain Stucki aus Niederhelfenschwil SG bleibt deshalb auf seiner Ware sitzen.
- Gegenüber Nau.ch sagt er schmunzelnd: «Es wäre besser, den 1. August auf Ende Mai zu verschieben.»
«Ich bin aktuell der Einzige, der hier mit Ihnen steht», sagt Feuerwerkhändler Alain Stucki aus Niederhelfenschwil SG und schmunzelt. Seinen Humor hat er sich bewahrt – obwohl ihm derzeit alles andere als zum Lachen zumute ist.
«Feuerwerksverbot, so ist es jetzt eben», bringt es Stucki auf den Punkt. Wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit fallen am 1. August in weiten Teilen der Schweiz die Feuerwerke zum Nationalfeiertag aus.
Fast im ganzen Land gilt derzeit ein absolutes Feuerverbot im Freien oder zumindest ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe. Nur in Graubünden verzichten einzelne Gemeinden auf entsprechende Einschränkungen. In Kantonen wie Zürich oder Basel dürfen die traditionellen Feuerwerke auf dem Zürichsee beziehungsweise dem Rhein ausnahmsweise dennoch stattfinden.
Eigentlich herrsche «Bienenhaus-Betrieb»
In der Lagerhalle stapeln sich Paletten voller Feuerwerk. Eigentlich müsste hier Hochbetrieb herrschen. «Eigentlich würde hier jetzt Bienenhaus-Betrieb herrschen», sagt Stucki. Doch statt emsigem Treiben ist es ungewöhnlich still.
«Das sind alles Sendungen, die jetzt eigentlich rausmüssten», sagt er und blickt auf das Inventar. Normalerweise würden die Feuerwerkskörper jetzt an Händler oder Gemeinden ausgeliefert, die ihre Grossfeuerwerke durchführen. «Aber das ist alles abgesagt.»
Finanziell rechnet Stucki mit einem empfindlichen Einschnitt. Rund die Hälfte des Jahresumsatzes erwirtschafte das Unternehmen rund um den Nationalfeiertag. Zusammen mit Silvester seien dies die beiden wichtigsten Verkaufstage. Fällt einer davon weg, reisst das ein grosses Loch in die Kasse.
«Wäre besser, 1. August auf Ende Mai zu verschieben»
Eine ähnliche Situation habe er bereits in den Hitzesommern 2003 und 2018 erlebt, erzählt Stucki. Besonders der Sommer 2003 blieb wegen extremer Temperaturen, lang anhaltender Trockenheit und zehntausender Hitzetoter in Europa in Erinnerung.
«Früher sprach man noch von einem Jahrhundertsommer», so Stucki. «Mittlerweile kommt das alle fünf bis zehn Jahre vor.»
Feuerwerke am Nationalfeiertag durchzuführen, werde deshalb zunehmend schwieriger. Anfang August sei oft die heisseste und trockenste Zeit des Jahres.
Händler setzt auf Verkauf für Silvester
Trocken gelagertes Feuerwerk verliere zwar nichts an Qualität – «wird aber auch nicht besser», sagt Stucki augenzwinkernd. Nun hofft er, dass die Ware wenigstens an Silvester «umso mehr in rauen Mengen konsumiert» werde.
Das Sprengstoffgesetz schreibt vor, dass Feuerwerk in bewilligten Grosslagern aufbewahrt werden muss. Viele bereits vorbereitete Lieferungen kehren deshalb zurück und werden im Lager in Niederhelfenschwil SG eingelagert.
«So ist es eben», sagt Stucki etwas wehmütig und blickt auf seine Ware. «Alles vorbereitet, alles ready für den Verkauf.»
















