Verliebt, Verbot, verheiratet? Sechs Traditionen zum Valentinstag
Valentinstag wird auf der ganzen Welt unterschiedlich gefeiert. Während auf den Philippinen hunderte Menschen gleichzeitig getraut werden, erhält Julia aus Verona jährlich tausende Briefe.

Im italienischen Verona, der Spielstätte von Shakespeares «Romeo und Julia», erstrecken sich die Feierlichkeiten zum Valentinstag gleich über mehrere Tage. Jährlich pilgern Verliebte aus aller Welt nach Verona. Wer die bronzene Statue im Hof der Casa di Giulietta nicht selbst besichtigen kann, erreicht Julia seit 1937 auch per Post.
Bereits um 1890 wurden Botschaften an Julia gesendet. Heute werden jährlich 7000 Briefe an die Adresse «Julia, Verona, Italien» verschickt. Die Liebespost wird von Veroneserinnen ehrenamtlich beantwortet, das Porto übernimmt die Stadt. Jeweils am 15. Februar wird der schönste Liebesbrief mit einem Preis gekürt.
Während eines Abendessens gründeten Ramon Artemio Bracho und seine Freunde 1958 die Organisation «World Friendship Crusade», die sich weltweit für Freundschaft und Frieden einsetzt. Während der internationale Tag der Freundschaft am 30. Juli begangen wird, wird die platonische Liebe in Estland, Finnland, Ecuador, Mexiko, Guatemala, Venezuela, Peru und in der Dominikanischen Republik am 14. Februar gefeiert.
Ghana ist die zweitgrösste Kakaoproduzentin der Welt. Aus diesem Grund wird in Ghana am 14. Februar seit einigen Jahren offiziell der Nationale Schokoladentag durchgeführt. Der Feiertag wurde 2007 von der Regierung als touristische Massnahme ins Leben gerufen. In der Woche des 14. Februars werden Hotels und Restaurants von der Regierung Ghanas ermutigt, Speisen aus Schokolade auf den Menüplan zu nehmen.
In Japan folgt das Schokolade-Schenken genauen Regeln: Wer romantische Gefühle ausdrücken möchte, verschenkt «honmei-choco», während die Empfänger von «giri-choco» Familienmitglieder, Freunde, Chefs und Arbeitskollegen sind.
Anders als in der westlichen Tradition werden im Land der aufgehenden Sonne üblicherweise Männer von Frauen beschenkt. Ausserdem wurde der Brauch über die romantische Verbindung auf alle Beziehungen ausgeweitet. Mit «jibun-choco» und «tomo-choco» gibt es mittlerweile auch Schokolade, um die Beziehung zu sich selbst und zu Freunden zu feiern. Wenn ein Mann beschliesst, eine Frau zu beschenken, wird «gyaku-choco» verschenkt.
Wenn die Liebe zum Massenevent wird: 53 Paare sind am 14. Februar 2025 in Bacolod City auf den Philippinen in einer Massenhochzeit getraut worden. Diese Hochzeitsevents, bei denen mancherorts bis zu 200 Paare gleichzeitig den Bund der Ehe eingehen, stellen eine erschwingliche Alternative dar für Menschen, denen ansonsten die finanziellen Mittel dafür fehlen würden.
In Saudi-Arabien hingegen galt der Verkauf roter Rosen für einige Jahre als verboten. In den Tagen vor dem 14. Februar mussten rote Geschenkartikel sogar ganz aus den Schaufensterauslagen verschwinden.
Wer es trotzdem wagte, Blumen oder Geschenke auszutauschen, riskierte eine Festnahme durch die saudische Sittenpolizei. Seitdem die Behörde vor zehn Jahren viele ihrer Privilegien verloren hatte, erfreut sich der Valentinstag in Saudi-Arabien jährlich steigender Beliebtheit.
In Pakistan erliessen religiöse Hardliner 2017 ein Verbot, nach dem alle Spuren des Valentinstags aus dem öffentlichen Raum verbannt werden mussten. Ähnliche Tabus und Verbote gelten unter anderem in Malaysia und dem Iran, wo der Feiertag wegen seines christlichen Ursprungs und des westlichen Einflusses abgelehnt wird.










