Der Bundesrat hat eine neue Landwirtschaftsstrategie vorgelegt. Umweltorganisationen und die Grünen fordern Nachbesserungen. Die Bauern zeigen sich zufrieden.
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Ein Landwirt bei der Arbeit - The Bauern Times

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Bundesrat hat eine neue Ernährungs- und Landwirtschaftsstrategie festgelegt.
  • Umweltschutzorganisationen und die Grünen fordern nun Nachbesserungen.
  • Der Bauernverband und die FDP sind hingegen weitgehend zufrieden.

Vor allem Umweltschutzorganisationen und die Grünen fordern Nachbesserungen bei den bundesrätlichen Vorschlägen zur Agrarpolitik der Zukunft. Die Agrarallianz fordert Taten. Der Konsumentenschutz begrüsst die Vorschläge und fordert mehr. Bauernverband und FDP sind weitgehend zufrieden.

Die Gesamtschau mache deutlich, dass wir uns keinen ineffizienten Strukturerhalt mehr leisten könnten, twitterte die FDP. Die Zukunft der Landwirtschaft liege in einer «qualitativ hochstehenden Produktion und einem liberalisierten sowie wettbewerbsfähigen Umfeld». Stichworte von Bundesrat Guy Parmelins Agrarpolitik der Zukunft sind denn auch «Ernährungssicherheit» und «Nachhaltigkeit».

guy parmelin agrarpolitik
Bundesrat Guy Parmelin spricht an einer Medienkonferenz zum Bericht des Bundesrats über die zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitik. - keystone

Der Konsumentenschutz begrüsst den Bericht. Der Bundesrat bringe Ordnung und Perspektive in die hochkomplexe politische Situation, heisst es in einer Mitteilung. Allerdings mahnt Geschäftsleiterin Sara Stalder: «Ohne ehrliches und koordiniertes Engagement von Detailhandel, Gastronomie und Lebensmittelindustrie, ist ein breiter Wandel beim Konsumverhalten nicht zu erwarten!»

Agrarallianz fordert mehr Klarheit

Langfristige und nachhaltige Kriterien spielten bei der Sortimentsgestaltung leider noch eine sehr untergeordnete Rolle, schreibt der Konsumentenschutz weiter. Dafür seien nachhaltige Produkte heute oft überteuert und unvorteilhaft platziert. Für die Konsumentinnen und Konsumenten sei es ausserdem nicht einfach, nachhaltige Produkte als solche zu erkennen. Denn: Es gebe keine einheitliche Nachhaltigkeits-Kennzeichnung.

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Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. Bevor der neue Swisspass herausgegeben werde, sollen alle Fragen bezüglich des Datenschutzes geklärt werden. - Keystone

«Im Grossen und Ganzen» biete der Bericht für die Schweizer Landwirtschaft und die Bauernfamilien positive Perspektiven zur künftigen Ausrichtung der nationalen Agrarpolitik. Das heisst es in einer Mitteilung des Schweizer Bauernverbandes. Aus seiner Sicht muss aber «die hohe Bedeutung einer ausreichenden inländischen Nahrungsmittelproduktion stärker gewichtet werden».

Die Agrarallianz fordert mehr Klarheit. «Wie diese Vision nun in die Tat umzusetzen ist, bleibt leider schwammig», schreibt sie in einer Mitteilung. «Mit vereinten Anstrengungen von Politik, Gesellschaft und Marktakteuren» müsse der Bundesrat «nachbessern». Der Klimaschutz müsse zudem im Sinne der Klimastrategie des Bundes auch im Landwirtschaftsgesetz verankert werden.

«Unscharfe» Strategie

Für Greenpeace, WWF, Pro Natura und Bird Life geht die bundesrätliche «Vision» zwar «in die richtige Richtung». Die Strategie bleibe aber «unscharf». Es bleibe «leider gänzlich offen», wie sie erreicht werden solle. Die Organisationen schreiben in einer gemeinsamen Mitteilung: «So lassen sich die drängenden Herausforderungen durch die Klima- und Biodiversitätskrise nicht angehen.»

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In der Schweiz fliessen milliardenschwere Beträge in biodiversitätsschädigende Subventionen. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/EPA/SEBASTIEN NOGIER

Die Grünen begrüssen «die allgemeine Stossrichtung hin zu einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft», wie es in einer Mitteilung heisst. Sie vereine die Förderung einer gesunden Ernährung, die soziale Absicherung in der Landwirtschaft sowie umwelt- und tierfreundliche Produktionsgrundsätze in sich.

Geht Ihnen die neue Ernährungs- und Landwirtschaftsstrategie genug weit?

Allerdings müsse das Parlament «jetzt dranbleiben und die Weichen für die Land- und Ernährungswirtschaft der Zukunft definitiv stellen». Und nicht bis 2030 zuwarten, wie es der Bundesrat nun vorgeschlagen habe. Es brauche «jetzt rasch Reformen für Klima, Umwelt und die soziale Absicherung, insbesondere der Bäuerinnen».

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