Bauern

Extreme Hitze und Trockenheit setzt den Feldern zu

Stephan Felder
Stephan Felder

Oberemmental,

Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzen der Schweizer Landwirtschaft zu. Besonders Ackerkulturen leiden. Bewässerung wird immer wichtiger.

Bauern Hitze Trockenheit
Extreme Hitze und Trockenheit setzt den Feldern der Schweizer Bauern zu. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweiz verzeichnet vielerorts ein extremes Niederschlagsdefizit.
  • Besonders im Mittelland und Wallis ist die Lage prekär.
  • Kartoffeln, Zuckerrüben, Sonnenblumen und Brotweizen leiden unter fehlender Bodenfeuchte.
  • Gemüseproduzenten müssen viele Felder bewässern; bei anhaltender Hitze drohen Ausfälle.

Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen bereiten der Schweizer Landwirtschaft zunehmend Sorgen.

Gemäss dem aktuellen Trockenheitsbulletin des Bundes herrscht nördlich der Alpen und im Wallis inzwischen eine «extreme Trockenheit».

Eine rasche Entspannung ist trotz angekündigter Gewitter zum Start der nächsten Woche vorerst nicht in Sicht.

Trockenheit
Die Trockenheitskarte des Bundes: Dunkelbraun bedeutet extrem trocken, braun sehr trocken. - trockenheit.admin.ch

Besonders problematisch ist die Lage auf den Feldern. In grossen Teilen der Schweiz fehlt seit Wochen Regen.

Nur 45 bis 60 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge

Im Wallis und im Mittelland fielen in den vergangenen drei Monaten vielerorts lediglich 45 bis 60 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Gleichzeitig sind die Böden stark ausgetrocknet.

Für die Bauern hat das direkte Folgen. «Der Einfluss einer anhaltenden Trockenheit auf die Landwirtschaft ist gross», erklärt der Schweizer Bauernverband auf Anfrage von Nau.ch.

Vor allem Ackerkulturen wie Kartoffeln, Zuckerrüben, Sonnenblumen oder Brotweizen seien auf ausreichend Feuchtigkeit im Boden angewiesen.

Wie empfindest du das aktuelle Wetter?

Noch seien keine grösseren Ernteausfälle zu verzeichnen. Die Wetterprognosen würden jedoch Sorgen bereiten. Zwar sind ab Montag lokal Schauer und Gewitter möglich. Ob die Regenmengen den Feldern tatsächlich helfen, ist allerdings mehr als fraglich.

«Ein kurzer Schauer nützt bei einem ausgetrockneten Boden wenig», hält der Bauernverband fest. Entscheidend sei, ob der Niederschlag grossflächig falle und genügend Wasser bringe.

«Die aktuelle Situation kann zu Ernteausfällen führen»

Gemüse- und Obstbetriebe versuchen die Folgen der Trockenheit durch Bewässerung abzufedern. Doch auch diese Kulturen leiden unter den hohen Temperaturen.

Der Verband Schweizer Gemüseproduzenten erklärt auf Anfrage von Nau.ch: «Die Gemüsegärtner müssen viele Felder bewässern, damit die Pflanzen nicht eingehen. Im Sommer gehört das dazu.»

Solange genügend Wasser vorhanden sei, bleibe die Situation für die Produzenten eine «machbare Herausforderung». Allerdings habe es in früheren Jahren bereits Phasen gegeben, in denen Wasser knapp geworden sei.

Finanzielle Folgen sind ebenfalls möglich. «Die aktuelle Situation kann zu Ernteausfällen führen», hält der Verband fest.

Besonders empfindlich reagieren frisch angepflanzte Gemüsekulturen sowie Salate auf Hitze und Wassermangel. Konkrete Meldungen über grössere Schäden liegen dem Verband derzeit aber noch nicht vor.

Kommende Tage sind entscheidend

Neben der Landwirtschaft sind auch Gewässer und Grundwasser betroffen. Zahlreiche Flüsse im Mittelland, Jura und Tessin führen derzeit sehr wenig Wasser.

Zudem werden regional extrem tiefe Grundwasserstände gemessen.

Die kommenden Tage dürften deshalb für viele Bauern entscheidend werden. Bleiben ergiebige Niederschläge aus, könnte sich die Situation auf den Feldern in den Monaten Juli und August weiter verschärfen.

Kommentare

User #5407 (nicht angemeldet)

Ab Montag Regen und Gewitter, mit der Hitze ist dann mal vorbei ! Die Wetterschmöcker Kanton SZ

User #4903 (nicht angemeldet)

Unterschied von 1540 (Jahrtausenddürre) zu heute: Es sind immer noch die Hohepriester, welche dem Volk einbläuen Busse zu tun, um das Unheil abzuwenden. Heute nennen sie sich einfach anders.

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