Friedens-Plan: Ukraine und USA treffen sich am Sonntag in Genf
Die Ukraine will in der Schweiz mit den USA über den Friedens-Plan verhandeln, den die USA und Russland ausgehandelt haben.

Das Wichtigste in Kürze
- Die USA und Russland haben sich auf einen Friedensplan für die Ukraine geeinigt.
- Diese müsste für diesen Plan massive Zugeständnisse machen und will verhandeln.
- Ein Treffen zwischen der Ukraine und den USA soll am Sonntag in Genf stattfinden.
Am Mittwoch sickerte durch, dass sich die USA und Russland auf einen 28-Punkte-Plan zum Frieden in der Ukraine geeinigt haben.
Danach baute die USA Druck auf die Ukraine und deren Präsident Wolodymyr Selenskyj auf. Er solle den Plan annehmen, sonst – so Medienberichte – gebe es für das Land keine Unterstützung mehr.
Doch: Der auf dem Tisch liegende Plan sieht massive Zugeständnisse der Ukraine vor. So dürfte das Land nicht Nato-Mitglied werden. Auch die eigene Armee müsste die Ukraine zusammenstutzen.
Verhandlungen finden in der Schweiz statt
Alles in allem vor allem ein guter Deal für Russland und Kreml-Herrscher Wladimir Putin sind sich Experten einig.

Nun will die Ukraine mit den USA über den Plan verhandeln. Dies an keinem geringeren Ort als der Schweiz!
Das gab das ukrainische Verhandlungsteam am Samstag auf Facebook bekannt. «In den kommenden Tagen» wolle man sich gemeinsam beraten.
EDA unterstützt Treffen in der Schweiz
Auf Anfrage von Nau.ch sagt das EDA: «Die Schweiz unterstützt jede Initiative, die auf einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine abzielt.»
Das EDA stehe mit allen Parteien in Kontakt. Man sei bereit, «Gespräche und Treffen in der Schweiz zu ermöglichen».
Nebst hochrangiger Vertreter beider Staaten sollen zudem auch Partner aus Europa am Treffen in Genf teilnehmen. Das vermeldet die Deutsche Presse-Agentur mit Verweis auf Quellen innerhalb der deutschen Regierung.
Marco Rubio und Steve Witkoff kommen am Sonntag nach Genf
Der US-Aussenminister Marco Rubio und der Sonderbeauftragte Steve Witkoff werden am Sonntag in Genf die US-Delegation bei den Verhandlungen über den US-Friedensplan leiten. Dies bestätigten US-Kreise gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

«Unser Ziel ist es, das bestmögliche Abkommen für die Ukraine zu erzielen», sagte der Vertreter aus den USA. Bereits am Samstag war demnach der für das Militär zuständige US-Staatssekretär Daniel Driscoll in Genf eingetroffen.
Der US-Friedensplan für ein Ende des Ukraine-Krieges ist US-Präsident Donald Trump zufolge wohl doch nicht das letzte Angebot. Der Republikaner verneinte eine entsprechende Frage einer Journalistin in Washington, bevor er hinzufügte: «Wir versuchen, die Sache auf die eine oder andere Weise zu beenden.»
USA: Keine Treffen mit europäischen Vertretern geplant
Nach den Angaben aus US-Kreisen sind derzeit keine Treffen mit europäischen Vertretern geplant. Die Gespräche sollen in der US-Mission in Genf stattfinden und sind lediglich auf einen Tag angesetzt. Ebenso sind keine Medienauftritte vorgesehen.
Ein Treffen mit russischen Vertretern soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Die ukrainische Delegation wird von Andrij Jermak geleitet, dem Leiter des ukrainischen Präsidentenbüros.

Dabei wolle man über «mögliche Punkte eines künftigen Friedensabkommens» sprechen, heisst es aus der Ukraine. «Die Ukraine wird dem Frieden niemals im Wege stehen», heisst es in der Mitteilung auf Facebook weiter.
«Und die Vertreter des ukrainischen Staates werden die legitimen Interessen des ukrainischen Volkes und die Grundlagen der europäischen Sicherheit verteidigen.»
Europa lehnt Friedens-Plan ab
Der Friedens-Plan war auch Thema am G20-Gipfel. Deutschland und andere führende Unterstützer der Ukraine lehnen den US-Plan in der derzeitigen Form ab.
Zwar stelle der aktuelle Entwurf eine Grundlage dar, jedoch müsse weiter an dem Plan gearbeitet werden. Das heisst es in einer nach einem Krisentreffen am Rande des G20-Gipfels veröffentlichten Erklärung.
Am Sonntag wolle man mit den USA und der Ukraine über den US-Friedensplan sprechen.
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat beim G20-Gipfel betont, dass es ohne die Zustimmung der Ukraine kein Ende des Krieges dort geben könne.
«Kriege können nicht beendet werden durch Grossmächte über die Köpfe der beteiligten Länder hinweg», sagte er als Reaktion auf den neuen US-Friedensplan. «Eine Beendigung des Krieges kann es natürlich nur dann geben, wenn es eine uneingeschränkte Zustimmung der Ukraine gibt.»












