Krieg

    Ukraine Krieg: In Luzern schon 60 Flüchtlinge umplatziert

    Flüchtlinge aus dem Ukraine-Krieg bei Gastfamilien zu integrieren, ist eine Herausforderung. Aus diversen Gründen kommt es zu Umplatzierungen.

    Ukraine Krieg
    Flüchtlinge aus dem Ukraine-Krieg werden in Boudry im Kanton Neuenburg registriert. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In vielen Kantonen der Schweiz müssen oder wollen Geflüchtete verlegt werden.
    • Alleine im Kanton Luzern wurden seit Beginn des Ukraine-Krieges 60 Fälle registriert.
    • Sprachbarrieren und kulturelle Differenzen sind mögliche Gründe dafür.

    Flüchtlinge aus dem Ukraine-Krieg werden in der Schweiz vielerorts bei privaten Gastgebern untergebracht. Die Massnahme ist geprägt von grosser Solidarität und Hilfe – verläuft aber nicht immer reibungslos.

    So berichtet der Kanton Basel-Land am Montag via Medienmitteilung von Gastgebern, die «immer wieder» an ihre Grenzen stossen würden.

    60 konkrete Fälle in Luzern

    Nau.ch hat in verschiedenen Kantonen nachgefragt. Kommt es in der Schweiz jetzt häufiger zu Verlegungen von Flüchtlingen aus dem Ukraine-Krieg?

    Die Antwort vielerorts: Ja.

    Ukraine-Krieg
    Viele Ukrainer sind wegen dem Ukraine-Krieg ins Ausland geflüchtet – die Mutter und zwei Schwestern von Yuliya Bäumle sind jedoch zurückgeblieben. - Keystone

    Vor allem der Kanton Luzern stellt dieses Phänomen vermehrt fest. «Einerseits melden sich Gastgebende, die Schutzbedürftige nicht länger beherbergen möchten. Anderseits wenden sich Schutzbedürftige an uns, die nicht länger privat untergebracht sein möchten.» Bisher seien rund 60 Personen davon betroffen, bestätigt Silvia Bolliger, Leiterin der Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen.

    Fehlende Privatsphäre und Sprachbarrieren

    Auch Bern bestätigt «vereinzelt Geflüchtete, die sich nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten erkundigen».

    Im Kanton Aargau kommen Umplatzierungen «aus verschiedenen Gründen» vor. «Verschiedene Fälle» sind auch dem Kanton St.Gallen bekannt. Konkrete Zahlen liegen hier nicht vor.

    Die Gründe für die Wechsel sind laut den Kantonen unterschiedlich. So können beispielsweise die fehlende Privatsphäre oder Sprachbarrieren zu Konflikten führen. Hinzu kommen die kulturellen Differenzen und der höhere finanzielle Aufwand, der mit der Aufnahme von Geflüchteten einhergeht.

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