Viele hat es auf ihrer Flucht vor dem Ukraine-Krieg in die Schweiz verschlagen. Jetzt berichten Ukrainer: Auch hier werden sie von Russen attackiert.
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Flüchtlinge aus der Ukraine singen die Ukrainische Nationalhymne, bei der Pflanzung einer Friedenslinde als Zeichen für den Frieden und der Solidarität mit der Ukraine, am Freitag, 6. Mai 20 - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Tausende Ukrainerinnen und Ukrainer sind seit Kriegsbeginn in die Schweiz gekommen.
  • Hier werden sie teilweise von russischsprachigen Personen angefeindet.
  • Ukrainer berichten von mehreren Vorfällen. Viele werden nicht der Polizei gemeldet.

Sie suchte in der Schweiz Schutz vor dem Ukraine-Krieg. Mitte August wurde Sofiya Sukach dann in Zürich auf offener Strasse von einem russischsprachigen Mann beschimpft.

In den sozialen Medien berichtet die Geflüchtete von dem Angriff: Ein Gespräch eskalierte – ein Belarusse ging auf ihren Freund los. An Sukach gewandt schreit er: «Geh nach Hause und stirb. Ich werde dir zeigen, wo dein Platz ist, du ukrainische Schl***e.»

Ein Video zeigt den Angriff auf die Gruppe Ukrainer. - Facebook /@Sofiya Sukach

Dies soll kein Einzelfall sein. Immer wieder kommt es in der Schweiz laut Ukrainern zu Auseinandersetzungen zwischen Russen und vor dem Ukraine-Krieg Geflüchteten.

Ukraine-Krieg: Ukrainer berichten von Angriffen in Basel

Tetyana Polt vom Verein «Ukrainer in Basel» berichtet gegenüber Nau.ch: «Während unserer Mahnwache auf dem Marktplatz am 5. August wurde die Gruppe von einem Russen beschimpft.»

Dieser sei wohl «nicht ganz nüchtern» gewesen, glaubt sie. Die Polizei sei auch sofort zur Stelle gewesen.

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Sofiya Sukach, eine Geflüchtete aus dem Ukraine-Krieg, berichtet auf Facebook und Twitter von einem Angriff.
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Zahlreiche Ukrainerinnen und Ukrainer suchen in der Schweiz Schutz vor dem Ukraine-Krieg.
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Zwei Frauen, die vor dem Ukraine-Krieg geflüchtet sind, am Zürcher Hauptbahnhof.
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Ukrainer berichten von mehreren Fällen, bei denen sie in der Schweiz von Russen angegriffen wurden. (Archiv)

Ein weiterer Vorfall soll sich im ÖV ereignet haben: «Eine Frau hat im Tram eine Ukrainerin beschimpft. Sie sagte, sie müsse zurück in die Ukraine, und bedrohte sie mit Gewalt», so Polt.

Die Ukrainerin berichtet ausserdem von einem weiteren Zusammenstoss, der sich bei der Mahnwache zugetragen haben soll. Sie selber war zu dem Zeitpunkt nicht vor Ort – sie erfuhr erst später von Anwesenden davon: «Während der Mahnwache ist ein Motorrad ganz nah zu den im Halbkreis stehenden Ukrainern gefahren. Der Mitfahrende warf zu den Füssen der Stehenden Petarden.»

Vorfälle der Kapo nicht bekannt

«Leider meldeten die Anwesenden den Fall nicht», fügt sie hinzu. Anscheinend verständigen die Opfer nur bei wenigen Zusammenstössen die Polizei.

Entsprechend sagt ein Sprecher der Kantonspolizei Basel-Stadt zu Nau.ch, man könne das Ereignis vom 5. August aus polizeilicher Sicht nicht bestätigen.

Polt selber erklärt, sie wisse nicht, warum die betroffenen Personen nach dem Angriff nicht die Polizei verständigten. «Ich kann mir aber vorstellen, dass nur Geflüchtete da waren. Und es ihnen nicht in den Sinn kam, diesen Fall zu melden.»

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