UBS will vor allem Credit-Suisse-Mitarbeitern kündigen
Fast drei Jahre nach dem Kollaps der Credit Suisse folgt der nächste Wendepunkt: Die UBS beginnt mit dem grossen Stellenabbau.

Das Wichtigste in Kürze
- Massenabbau: Ende März will die UBS etlichen ehemaligen CS-Mitarbeitenden kündigen.
- Dadurch sollen 12 Milliarden Franken gespart werden – rund 35’000 Stellen fallen weg.
- Besonders betroffen sind IT- und Backoffice-Teams nach der Systemmigration.
Fast drei Jahre nach der Notübernahme der Credit Suisse durch die UBS folgt der nächste harte Einschnitt.
Ende März will die Grossbank sogenannte RIF-Briefe verschicken. Darüber berichtet der «Tagesanzeiger».
RIF steht für «Reduction in Force» und bezeichnet Stellenstreichungen aus strukturellen Gründen.
Betroffen sind rund 20 Prozent der ehemaligen CS-Mitarbeitenden, deren Funktionen nach Abschluss zentraler Migrationsprojekte entfallen. Migrationsprojekte bezeichnen technische Umstellungen, bei denen die Kundschaft von der Credit Suisse zur UBS übertragen wird.
UBS will Milliarden sparen
Der Stellenabbau ist Teil eines Sparprogramms, wobei die fusionierte UBS rund 12 Milliarden Franken einsparen will. Die Belegschaft soll von einst 115'000 auf 80'000 Mitarbeitende schrumpfen.
Allein 2023 verursachte die frühere CS Personalkosten von 7,9 Milliarden Franken – rund ein Drittel der Gesamtkosten des neuen Konzerns.
Die UBS betont zwar, man wolle den Abbau «so gering wie möglich halten». Für die Schweiz werden jedoch weiterhin rund 3000 fusionsbedingte Stellenstreichungen genannt.
Konkrete Zahlen zu weltweiten Kündigungen nennt die Bank nicht. Sie verweist stattdessen auf Sozialpläne mit langen Kündigungsfristen, Umschulungsbudgets und Frühpensionierungen.
IT und Backoffice besonders betroffen
Der Zeitpunkt dieses Einschnittes ist kein Zufall. Bis Ende des Quartals soll die ehemalige CS-Kundschaft mehrheitlich auf UBS-Systeme umsteigen.
IT-Teams, die sich um alte Credit-Suisse-Plattformen kümmerten, verlieren damit ihre Aufgabe.
Auch das Backoffice steht unter Druck, so der «Tagesanzeiger». Zahlungsverkehr, Konto- und Depotabwicklung liefen während der Übergangsphase teilweise doppelt. Mit dem Ende dieser Parallelstrukturen verschwinden auch viele Stellen.
Betroffen sind zudem Funktionen, die nur für die Fusion geschaffen wurden: Change-Manager, Koordinations- und Reportingrollen.
Gegen aussen verlief die Not-Fusion bislang ziemlich ruhig. Doch der Umbau sei nach wie vor nicht vollendet. Ein vollständiger Abschluss werde erst in einem Jahr erwartet. Sergio Ermotti bleibt vorerst CEO der Grossbank.

















