Trotz Megakosten: 42 Prozent der Kids gehen in Kita oder Betreuung

    Simon Binz
    Simon Binz

    Bern,

    Kinderbetreuung ist in der Schweiz so teuer wie nirgends in Europa. Trotzdem nutzen immer mehr Familien Kitas oder schulergänzende Angebote.

    Coronavirus
    Externe Kinderbetreuung wird in der Schweiz trotz hoher Kosten immer häufiger genutzt – Kitas, Schulen und Familien teilen sich die Betreuung. - SDA

    Das Wichtigste in Kürze

    • Kitas bleiben extrem teuer. Trotzdem nutzen immer mehr Familien externe Betreuung.
    • Grosseltern bleiben zentral. Ein Drittel der Kinder wird regelmässig betreut.
    • Regionale Unterschiede sind gross. Städte setzen stärker auf Kitas als ländliche Regionen.

    Schweizer Eltern zahlen europaweit am meisten für externe Kinderbetreuung. Bei einer Vollzeitbetreuung summieren sich die Kosten monatlich häufig auf 2500 bis 3500 Franken. Je nach Stadt und Kanton variieren die Preise allerdings stark.

    Trotz dieser hohen Ausgaben greifen Familien zunehmend auf externe Betreuung zurück. Eine Auswertung des Bundesamts für Statistik für das Jahr 2024 zeigt, dass 68 Prozent der Eltern mit Kindern unter 13 Jahren familienergänzende Betreuungsangebote nutzen.

    Ist Kinderbetreuung in der Schweiz zu teuer?

    42 Prozent der Kinder besuchen eine Kita oder ein schulisches Betreuungsangebot wie Mittagstisch oder Frühbetreuung. Damit ist der Anteil zwischen 2020 und 2024 deutlich gestiegen – von 34 auf 42 Prozent. Darüber berichten unter anderem die «Tamedia»-Zeitungen.

    Grosseltern helfen bei der Kinderbetreuung

    Neben Kitas spielt auch die Familie weiterhin eine wichtige Rolle. Besonders Grosseltern übernehmen häufig Betreuungsaufgaben. 32 Prozent der Kinder unter 13 Jahren werden mindestens einmal pro Woche von den Grosseltern betreut. Bei Kindern unter vier Jahren sind es sogar 40 Prozent.

    Grosseltern Enkel
    Grosseltern bleiben eine wichtige Stütze: Rund ein Drittel der Kinder unter 13 Jahren wird mindestens einmal pro Woche von Oma und Opa betreut. - pexels

    Die Betreuungsdauer variiert dabei stark. 64 Prozent der Kinder verbringen zwischen einer und neun Stunden pro Woche bei den Grosseltern. 31 Prozent werden zehn bis 29 Stunden betreut, während vier Prozent sogar 30 Stunden oder mehr bei Oma und Opa verbringen.

    Stadt-Land-Graben bei der Kinderbetreuung

    Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. In der Romandie sowie in städtischen Kantonen wie Basel-Stadt, Genf und Zürich ist die externe Betreuung besonders verbreitet. Dort, wo Kitas, Tagesfamilien und schulergänzende Angebote breit verfügbar sind, nutzen Eltern diese Betreuungsmöglichkeiten auch häufiger.

    In ländlicher geprägten Deutschschweizer Kantonen wie Solothurn, Luzern oder Thurgau greifen Familien hingegen häufiger auf Betreuung innerhalb der Familie zurück. Neben der geringeren Angebotsdichte spielen auch längere Arbeitswege, unterschiedliche Erwerbsmuster und persönliche Präferenzen eine Rolle.

    Kitagesetz soll Eltern entlasten – Referendum wird geprüft

    Politisch steht das Thema ebenfalls im Fokus. Das neue Kitagesetz soll voraussichtlich im Januar kommenden Jahres in Kraft treten. Geplant sind monatliche Betreuungsgutscheine von 100 bis 500 Franken. Arbeitgeber- und Gewerbeverband prüfen allerdings ein Referendum gegen die Vorlage.

    Kinder Kinderbetreuung Betreuungsgutschein
    Das neue Kitagesetz soll Eltern finanziell entlasten – gegen die geplanten Betreuungsgutscheine wird jedoch ein Referendum geprüft. - Depositphotos

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    Kommentare

    User #2073 (nicht angemeldet)

    Warum setzt man Kinder in die Welt? Um sie dann Fremd zu Bereuen?

    User #5037 (nicht angemeldet)

    Vielleicht sollte man aufhören zu jammern und selber aktiv werden. Vor 20 Jahren hat es bei uns in der Umgebung keine Kita gehabt und in der Nähe der Arbeitsstelle waren bis auf 2 Jahre Warteliste alles ausgebucht. In unserem Quartier haben wir Mütter uns zusammen gesetzt und gemeinsam eine Nanny angestellt die abwechselnd unsere Kinder betreute, es waren 5- 8 Kinder zu unterschiedlichen Tagen und Zeiten. Das lief super so. Und war im Gesammtpaket nicht teurer als ein Kitaplatz, Mittagstisch und Hort. An alle Familien die arbeiten müssen, aus welchen Gründen auch immer, tut euch zusammen und organisiert selbst etwas.

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