Rollrasen boomt nach Hitzesommer in der Schweiz
Nach dem Hitzesommer wollen viele Schweizer wieder einen grünen Garten – und zwar schnell. Rollrasen-Produzenten und Gärtner kommen kaum noch nach.

Das Wichtigste in Kürze
- Hitze und Trockenheit haben viele Rasen in Gärten und Pärken ausgedörrt.
- Produzenten und Gärtner verzeichnen deshalb viele, oft kurzfristige Aufträge.
- Rollrasen ist nach zwei Wochen nutzbar, kostet aber mehr als eine Ansaat.
Braune, ausgetrocknete Flächen statt sattem Grün: Die Hitzewellen und der fehlende Regen haben in der Schweiz viele Rasen zerstört. Jetzt greifen Gartenbesitzer zu Rollrasen – und die Produzenten spüren den Ansturm.
Einer von ihnen ist Landwirt Roland Zahnd aus Wünnewil FR. Sein Rasenfeld liegt da wie ein grüner Teppich. Jeder Halm ist gleich lang, Unkraut gibt es keines. Sein Telefon klingelt derzeit ständig.
«Wir haben viele Bestellungen. Es kommen auch viele kurzfristige Anfragen», sagt Zahnd gegenüber «SRF». Viele Rasen seien ausgetrocknet und beschädigt – viele Menschen wünschen sich jedoch ihren grünen Rasen zurück.
Rollrasen ist dabei oft die Notlösung. «Oft kommt unser Rollrasen ins Spiel, wenn es mit dem Nachsäen nicht klappt und die Menschen keine Geduld mehr haben», sagt der Produzent und hält fest: Im Herbst sei die Nachfrage sonst deutlich tiefer.
Ernte am frühen Morgen
Geerntet wird bei Roland Zahnd am Morgen, wenn es noch kühl ist. Der Rasen auf Zahnds Feld wuchs rund zwei Jahre lang.
Er wurde regelmässig gedüngt, reichlich gewässert und bis zu dreimal pro Woche gemäht. Eine Maschine schneidet ihn samt Wurzeln in Bahnen, rollt diese auf und legt sie auf Paletten.
Ein solcher Rasen liegt seit wenigen Tagen im Garten des Ehepaars Roggo. Wegen der Hitze und einer Baustelle war eine neue Fläche nötig geworden.
«Es sah nach dem Umbau aus wie in der Wüste», sagt Lisbeth Roggo in dem SRF-Beitrag. Ihr Mann Benno Roggo ergänzt, wegen des Hundes Sam sei ihnen ein sofort nutzbarer Rasen wichtig gewesen.
Zwei Wochen statt zwei Monate
Verlegt hat den Rollrasen Gärtner Erich Kaderli. Bei einer Ansaat müsse man gut zwei Monate warten, bis die Fläche benutzbar sei, erklärt er.
Beim Rollrasen dauere es nur zwei Wochen. «Rollrasen braucht weniger Geduld», sagt Kaderli. Gute Pflege brauche aber beides.

Das Tempo hat seinen Preis. Rollrasen sei teurer, und bei grossen Flächen falle das ins Gewicht, so Kaderli. Auch sein Betrieb ist ausgelastet. Er sei nach dem Sommer vor allem mit Sanierungen beschäftigt – «die Warteliste ist lang.»
Zukunft trotz Klimawandel
Zurück zu Rollrasenpoduzent und Landwirt Roland Zahnd. Er weiss, dass Rasenhalme Wasser brauchen und zu viel Hitze nicht mögen. Trotzdem glaubt er an die Zukunft des Rasens.
«Im Gegensatz zu älteren Gräsersorten können die neueren mit Temperaturen bis zu 30 Grad gut umgehen. Diese Entwicklung wird weitergehen.»








