SVP-Nationalrat wurde als «Tagesschau-Mändli» verspottet
Der Glarner SVP-Nationalrat Markus Schnyder hatte als Kind seine TV-Premiere und erntete danach Spott. Dabei war der Anlass dafür alles andere als zum Lachen.
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Das Wichtigste in Kürze
- Im Lawinenwinter 1999 erlebte klein Markus Schnyder in Netstal GL eine brenzlige Situation.
- In der SRF-«Tagesschau» gab er sein erstes TV-Interview.
- «Die Oberstufenschüler fanden meinen Auftritt lustig», erinnert sich der SVP-Nationalrat.
Auftritte vor TV-Kameras gehören für Markus Schnyder zum Job. Was die wenigsten Leute wissen: Seine Fernsehpremiere hatte der SVP-Nationalrat bereits als Knirps. Der Anlass dafür war dramatisch.
Der Winter 1999 ging in die Geschichte ein. Innert vier Wochen fielen im Schweizer Lawinenwinter bis zu acht Meter Neuschnee. Rund 1200 Schadenlawinen gingen im Alpenraum nieder. 36 Menschen starben in den Schneemassen.
Im Lawinenwinter fegten mehrere und besonders heftige Staublawinen über das Netstal. Lokal sind diese als «Staublaui» bekannt.
Der damals elfjährige Markus Schnyder erlebte eine brenzlige Situation. In der SRF-«Tagesschau» vom 20. Februar 1999 schilderte er diese kurz.
«Es hat Ästchen herumgewirbelt und so»
«Ich hörte es und rannte einfach in die Post», erzählte Markus Schnyder. Es habe immer die Tür auf- und zugewindet. «Es hat Ästchen herumgewirbelt und so.»
Ein weiterer Interviewter in klein Schnyders Gruppe meinte zur Lawine: «Vorsichtig kann man ja nicht sein. Wenn sie kommt, dann kommt sie. Entweder erwischt es einen oder nicht.»
Für den TV-Auftritt erntete Markus Schnyder aber Spott. In einem Instagram-Post erinnerte der Nationalrat kürzlich an den TV-Auftritt. «In der Schule wurde ich als ‹Tagesschau-Mändli verspottet», verrät er.

Danach folgt ein Interview-Ausschnitt von ihm aus einer aktuellen «Tagesschau»-Ausgabe. Zwischenzeitlich sei er etwas älter geworden, wie sich unschwer erkennen lasse, schreibt er humorvoll dazu. «…und bin eigentlich ganz stolz darauf, es nochmals in die ‹Tagesschau› geschafft zu haben.» Damit schliesst der seit 2023 amtierende Nationalrat seinen Rückblick-Post ab.
«Türen schlugen auf»
Schnyder erinnert sich noch genau an jenen Samstag vor bald 40 Jahren.
«Meine Mutter schickte mich zum Einkaufen», sagt der heute 37-Jährige zu Nau.ch. Auf dem Weg habe er gesehen, wie die «Laui» die Wiggiswand herunterdonnere. «Als ich realisierte, dass es eine riesengrosse Lawine war, rannte ich in die Postfiliale.»
Er habe vergeblich versucht, die beiden Türen zuzudrücken. «Vom Überdruck schlug es die Türen auf. Ich sah Äste und anderes Material herumfliegen.»
«Fand, dass sie eher neidisch waren»
Zu seiner TV-Premiere kam der Glarner Bub durch Zufall.
«Am Nachmittag lief ich mit meinem Bruder und Cousins durch die Gegend», sagt Schnyder. Sie hätten sich die Schäden anschauen wollen.
«Plötzlich sahen wir einen Heli und winkten ihm zu.» Nach der Landung sei ein SRF-Kameramann ausgestiegen. Dieser habe gefragt, ob jemand die Lawine gesehen habe. «Ich rief dann zu Hause die halbe Familie an und sagte, sie müsse die ‹Tagesschau› schauen», sagt er schmunzelnd.
Den Spitznamen «Tagesschau-Mändli» erhielt Schnyder aber nicht etwa von seiner Familie. «Die Oberstufenschüler fanden meinen Auftritt lustig und riefen mir danach ständig ‹Tagesschau-Mändli› nach.»
Gestört habe ihn dies nicht. «Ich fand, dass sie eher neidisch auf mich waren.»

















