SVP fordert Lehrer-Lehre statt «woker» PH

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

Bern,

Die SVP fordert eine Reform der Ausbildung der Lehrerschaft. Auch eine Art Berufslehre sei eine Option, um die Ausbildung praxisorientierter zu gestalten.

Schulklasse svp
Die SVP hebt den Finger und fordert eine praxisorientiertere Ausbildung der Lehrerschaft. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • SVP-Nationalrat Benjamin Fischer treibt eine Revision der Lehrerausbildung voran.
  • Ein nationales Positionspapier der SVP schliesst eine Art Berufslehre nicht aus.
  • Primär soll der Praxisanteil der Ausbildung stärker gewichtet werden.

Die Schweizer Bildung braucht gemäss der SVP dringend Anpassungen – doch auch von Links gibt es Kritik am Bildungssystem.

Konkret fordert die Schweizer Volkspartei in ihrem neusten nationalen Positionspapier eine Reform der Ausbildung der Lehrerschaft. Weg von einer akademisierten, theoriebasierten Qualifizierung – hin zu einer praxisorientierten Ausbildung.

SVP-Nationalrat Benjamin Fischer ist die treibende Kraft hinter dem Bildungspapier der SVP. Gegenüber der «Sonntagszeitung» erläutert er seine Kritik am Bildungssystem und den Lösungsansatz seiner Partei.

Eine Lehrer-Lehre – das nur «eine von vielen Ideen», sagt Benjamin Fischer. Die Idee ist nicht neu. Bereits 2012 sprach sich die SVP für solch eine Ausbildung von Lehrpersonen aus.

Mit drei Praxistagen im Klassenzimmer und zwei Tagen Theorie würde die Ausbildung deutlich praxisorientierter werden. Das kommt laut Fischer in der aktuellen Ausbildung deutlich zu kurz.

«Theoretiker sollen keine Lehrerinnen und Lehrer ausbilden dürfen»

Er kritisiert zudem, dass die Ausbildner an den pädagogischen Hochschulen (PH) teilweise selbst nur wenig Berufserfahrung haben: «Theoretiker sollen keine Lehrerinnen und Lehrer ausbilden dürfen.»

Auch bezeichnet die Volkspartei die PH als zu «woke».

Die SVP fordert, dass Ausbildner mindestens fünf Jahre Unterrichtserfahrung mitbringen, sagt Benjamin Fischer gegenüber der Zeitung.

Kritik nicht nur von der SVP

Auch aus linken Kreisen gibt es zunehmend Kritik am Bildungssystem. In Basel gab es 2024 beispielsweise mehrere Vorstösse der SP, die einen Ausbau des Praxisbezugs der PH forderten.

Zudem äusserte ein Heilpädagoge aus Basel, Roland Stark, kürzlich Kritik an der PH und nannte sie eine «Schwachstelle des Bildungssystems».

Braucht es eine Lehrer-Lehre?

Im Vergleich zu früher habe sich in der Lehrerausbildung einiges getan, sagt Andrea Schweizer gegenüber der «Sonntagszeitung».

Die Rektorin der PH Zürich meint: «Mehr als ein Viertel des Studiums besteht aus Praktika. Wir verfügen also bereits über eine Art duales Bildungssystem – einfach auf Hochschulstufe»

Sind die pädagogischen Hochschulen zu woke?

Den Vorwurf, dass sich PHs zu stark auf gesellschaftspolitische Themen wie Gender oder Diversität fokussieren, weisen die Hochschulen zurück. «Die PH und die Schulen entscheiden nicht selbst, welche Inhalte unterrichtet werden», so Andrea Schweizer.

Zudem sei es normal, dass sich auch die Schule verändert, sobald sich die Gesellschaft verändert.

Kommentare

User #4469 (nicht angemeldet)

Es sollte generell nur noch Berufslehren geben.

User #5196 (nicht angemeldet)

Vorschlag für Lehrer-Lehre: zuerst Handwerker-Lehre / Wirtschaft, Fremdsprache usw. machen, dann mind. 1 Jahr PH anhängen. Erst dann dürfen Lehrer/innen unterrichten. Vorteil: sie haben Praxiserfahrung und Lebenserfahrung. Können die alltäglichen Probleme besser verstehen und auch dementsprechend reagieren. Akzeptanz der Schüler dann auch eher vorhanden.

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