SVP-Nationalrätin Thalmann-Bieri sagt Ja zur Neutralitäts-Initiative
Die Luzerner SVP-Nationalrätin Vroni Thalmann-Bieri fordert im Gastbeitrag ein Ja zur Neutralitäts-Initiative.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Volksinitiative «Wahrung der schweizerischen Neutralität» kommt am 27.9. vors Volk.
- Es geht um die Verankerung einer allumfassenden Neutralität in der Verfassung.
Gerade Frauen, Mütter und Grossmütter wissen, was Neutralität im Kern bedeutet. Unsere Grosis haben die Entbehrungen des Zweiten Weltkriegs noch miterlebt.
Sie haben erfahren, dass sich die Schweiz selbst verteidigen muss und sich niemals in fremde Konflikte einmischen darf. Nur dank dieser konsequenten Haltung und einer starken Verteidigung blieb unser Land vom Krieg verschont.
Neutralität ist absolut alltagstauglich. Sie bedeutet Unparteilichkeit und Nichteinmischung im Kleinen wie im Grossen – ob als Streitschlichter am Küchentisch, unter Nachbarn oder im Vereinsleben.
Diese Haltung liegt in der DNA der Frauen; die Neutralität ist gleichsam die Mutter der Schweiz. Sie steht für echte Stärke und ist tief in unserer Kultur verwurzelt.

Sie gebietet uns, bei bewaffneten Konflikten zwischen Staaten abseitszustehen. Nur so wahren wir unsere Unabhängigkeit, sichern unsere Glaubwürdigkeit als Vermittlerin und garantieren langfristig Frieden und Sicherheit.
Ein Beitritt zu militärischen Bündnissen kommt nicht infrage, da er unsere Souveränität beschneiden würde. Als weisser Fleck auf der Landkarte Europas bewahren wir uns die nötige Akzeptanz, um weltweit erfolgreich zu vermitteln.
Wirtschaftssanktionen treffen oft die Falschen und verlängern das Leid, da sie Fronten verhärten. Stattdessen müssen wir frühzeitig diplomatisch intervenieren und die Konfliktparteien an den Verhandlungstisch bringen. Reden ist immer klüger als Schiessen.
Die Schweizer Neutralität ist selbstgewählt, dauernd und bewaffnet. Als tragende Säule unserer Aussenpolitik und Identität geniesst sie seit über 200 Jahren breiten Rückhalt in der Bevölkerung.
Heute wird dieses bewährte Modell jedoch zunehmend ausgehöhlt. Das müssen wir korrigieren: Setzen wir mit einem klaren JA wieder die richtigen Signale.
Neutralität einzufordern ist unbequem. Es verlangt diplomatisches Fingerspitzengefühl, um verfeindete Parteien auf den Pfad des Friedens zu führen.
Das ist keine leichte Aufgabe, bringt aber der ganzen Welt – und unserer Schweiz – den grössten Gewinn, wenn wir die konsequente Neutralität jetzt mit einem Ja schützen.
Zur Autorin
Vroni Thalmann-Bieri (*1969) lebt in Flühli LU und ist seit 2023 Nationalrätin für die SVP.












