Studie zeigt: Geburtenrate trotz verbreitetem Kinderwunsch historisch tief
Letztes Jahr erreichte die Geburtenrate in der Schweiz mit 1,28 Kindern pro Frau einen historischen Tiefstand. Am Kinderwunsch liegt es laut einer Studie nicht.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine neue Studie zeigt: Fast die Hälfte der kinderlosen 18- bis 45-Jährigen wünscht sich ein Kind.
- Gründe, wieso sie dennoch keine Kinder haben, gibt es mehrere.
- Dazu gehört, dass sie sich zu jung fühlen oder dass der passende Partner bzw. die passende Partnerin fehlen.
Die Geburtenraten befinden sich weltweit im Sinkflug – auch hierzulande. In der Schweiz erreichte die Geburtenrate mit 1,28 Kindern pro Frau im vergangenen Jahr einen historischen Tiefstand. Das Problem: Die sinkenden Geburtenraten bremsen das Wirtschaftswachstum.
Dabei zeigt eine neue repräsentative Umfrage des Lebensversicherers Swiss Life: Eigentlich wünscht sich fast die Hälfte (46 Prozent) der 18- bis 45-jährigen Kinderlosen in der Schweiz ein Kind. Lediglich 27 Prozent der Befragten wollen kein Kind.
Kinderwunsch bei Männern etwas höher
Dabei ist der Kinderwunsch bei Männern (48 Prozent) etwas höher als bei Frauen (45 Prozent). Nadia Myohl, Leiterin Research Vorsorge bei Swiss Life, sagt dazu: «Die Gesellschaft schätzt die Situation interessanterweise vollkommen anders ein: 45 Prozent denken, dass es eher die Frauen sind, die ein Kind wollen, während dies nur 5 Prozent den Männern zuschreiben.»
Bei den befragten 18- bis 45-jährigen Eltern wünschen sich 33 Prozent ein weiteres Kind. Dabei ist auch hier der Wunsch bei den Männern etwas höher als bei den Frauen.
Für die Entscheidung zu einem (weiteren) Kind spielt die Beziehungsqualität noch vor Finanzen und Betreuungsmöglichkeiten die wichtigste Rolle. 61 Prozent der Personen mit einem (weiteren) Kinderwunsch hätten gerne zwei Kinder.
Die Umfrage zeigt auch: Der unerfüllte Kinderwunsch ist in der Schweiz verbreitet. 39 Prozent der befragten Kinderlosen im Alter von 46 bis 60 gaben an, dass sie gerne Kinder gehabt hätten.
Kinderlose ohne Kinderwunsch: Weltlage und Finanzen als Hauptgründe
Interessant sind auch die von den 18- bis 45-jährigen Befragten genannten Gründe, weshalb sie keine (weiteren) Kinder wollen. Nebst dem fehlenden Kinderwunsch werden vor allem die abgeschlossene Familienplanung (43 Prozent) oder eine zu hohe finanzielle Belastung (39 Prozent) genannt.
Kinderlose ohne Kinderwunsch begründen es vor allem mit der Weltlage (46 Prozent) oder mit einer zu hohen Belastung (44 Prozent).
Kinderlose mit Kinderwunsch geben an, bis jetzt noch keine Kinder zu haben, weil sie sich zu jung fühlen (41 Prozent). Oder weil der passende Partner beziehungsweise die passende Partnerin (41 Prozent) oder die Finanzen (30 Prozent) fehlen.
Eltern sind ähnlich zufrieden wie Kinderlose
31- bis 40-Jährige (31 Prozent) geben zudem deutlich öfter gesundheitliche Probleme als Grund für die bisherige Kinderlosigkeit an als 18- bis 30-Jährige (3 Prozent).
Für die Studie zum Vergleich zwischen Kinderlosen und Personen mit Kindern wurden fast 3200 Menschen im Alter von 18 bis 60 Jahren befragt. Dabei beantworteten sie auch Fragen zur Zufriedenheit und zum Einkommen.
So zeigt sich etwa: Eltern sind ähnlich zufrieden wie Kinderlose, fühlen sich aber häufiger überlastet.

















