Studie

    Studie zeigt: Geburtenrate trotz verbreitetem Kinderwunsch historisch tief

    Antun Boskovic
    Antun Boskovic

    Zürich,

    Letztes Jahr erreichte die Geburtenrate in der Schweiz mit 1,28 Kindern pro Frau einen historischen Tiefstand. Am Kinderwunsch liegt es laut einer Studie nicht.

    Baby Geburtenrate
    Ein Baby klammert sich an den Finger seiner Mutter. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine neue Studie zeigt: Fast die Hälfte der kinderlosen 18- bis 45-Jährigen wünscht sich ein Kind.
    • Gründe, wieso sie dennoch keine Kinder haben, gibt es mehrere.
    • Dazu gehört, dass sie sich zu jung fühlen oder dass der passende Partner bzw. die passende Partnerin fehlen.

    Die Geburtenraten befinden sich weltweit im Sinkflug – auch hierzulande. In der Schweiz erreichte die Geburtenrate mit 1,28 Kindern pro Frau im vergangenen Jahr einen historischen Tiefstand. Das Problem: Die sinkenden Geburtenraten bremsen das Wirtschaftswachstum.

    Dabei zeigt eine neue repräsentative Umfrage des Lebensversicherers Swiss Life: Eigentlich wünscht sich fast die Hälfte (46 Prozent) der 18- bis 45-jährigen Kinderlosen in der Schweiz ein Kind. Lediglich 27 Prozent der Befragten wollen kein Kind.

    Kinderwunsch bei Männern etwas höher

    Dabei ist der Kinderwunsch bei Männern (48 Prozent) etwas höher als bei Frauen (45 Prozent). Nadia Myohl, Leiterin Research Vorsorge bei Swiss Life, sagt dazu: «Die Gesellschaft schätzt die Situation interessanterweise vollkommen anders ein: 45 Prozent denken, dass es eher die Frauen sind, die ein Kind wollen, während dies nur 5 Prozent den Männern zuschreiben.»

    Bei den befragten 18- bis 45-jährigen Eltern wünschen sich 33 Prozent ein weiteres Kind. Dabei ist auch hier der Wunsch bei den Männern etwas höher als bei den Frauen.

    Für die Entscheidung zu einem (weiteren) Kind spielt die Beziehungsqualität noch vor Finanzen und Betreuungsmöglichkeiten die wichtigste Rolle. 61 Prozent der Personen mit einem (weiteren) Kinderwunsch hätten gerne zwei Kinder.

    Die Umfrage zeigt auch: Der unerfüllte Kinderwunsch ist in der Schweiz verbreitet. 39 Prozent der befragten Kinderlosen im Alter von 46 bis 60 gaben an, dass sie gerne Kinder gehabt hätten.

    Kinderlose ohne Kinderwunsch: Weltlage und Finanzen als Hauptgründe

    Interessant sind auch die von den 18- bis 45-jährigen Befragten genannten Gründe, weshalb sie keine (weiteren) Kinder wollen. Nebst dem fehlenden Kinderwunsch werden vor allem die abgeschlossene Familienplanung (43 Prozent) oder eine zu hohe finanzielle Belastung (39 Prozent) genannt.

    Hast du Kinder?

    Kinderlose ohne Kinderwunsch begründen es vor allem mit der Weltlage (46 Prozent) oder mit einer zu hohen Belastung (44 Prozent).

    Kinderlose mit Kinderwunsch geben an, bis jetzt noch keine Kinder zu haben, weil sie sich zu jung fühlen (41 Prozent). Oder weil der passende Partner beziehungsweise die passende Partnerin (41 Prozent) oder die Finanzen (30 Prozent) fehlen.

    Eltern sind ähnlich zufrieden wie Kinderlose

    31- bis 40-Jährige (31 Prozent) geben zudem deutlich öfter gesundheitliche Probleme als Grund für die bisherige Kinderlosigkeit an als 18- bis 30-Jährige (3 Prozent).

    Für die Studie zum Vergleich zwischen Kinderlosen und Personen mit Kindern wurden fast 3200 Menschen im Alter von 18 bis 60 Jahren befragt. Dabei beantworteten sie auch Fragen zur Zufriedenheit und zum Einkommen.

    So zeigt sich etwa: Eltern sind ähnlich zufrieden wie Kinderlose, fühlen sich aber häufiger überlastet.

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    Kommentare

    User #3258 (nicht angemeldet)

    Seit vier Jahren redet man von Krieg, dritter Weltkrieg und von Sanctionen und von Flüchtlingsströmen ! Es hätte genug Menschen zum arbeiten,auch 50 Jährige. Ebenso ,wer möchte bei solchen WELTLICHEN Aussichten Kinder ? Und ja die Politik ist mitschuld.Für das Eigene Volk bleibt zu wenig.Ebenso ,brauchen Kinder die Familie und werden heute einfach immer in Kita oder fremdbetreut abgestellt!

    User #3834 (nicht angemeldet)

    Ihr in den Kommentaren schiebt es auf Geld, Wohnen usw. aber die Geb.rate sinkt doch überall und nicht überall gibts Wohnungsnot oder finanzielle Belastung wie hier. Die Geburtenrate sank seit mit dem auftrettenden Zeitalter von Social-Media. Man geht kaum raus für soziale Interaktionen (man holt sichs online), man hat unrealistische Vorstellungen vom zukünftigen Partner dank Influenzern/Vergleiche, Dating-Apps sind nicht wirklich wirklich daran interessiert Leute zusammen zu bringen. Wo Leute in Echt zusammenkommen und nicht mehr alleine sind, da können vermehrt romatische Beziehungen entstehen. Die globalen Technokraten werden uns bis ins Verderben an die Screens jedes Handy in unserer Tasche kleben haben wollen, ausser wir sagen uns bewusst: - Jetzt gibts wieder mehr Offline, Handyfreie Zeit und Zonen. - Vlt. Öffentlichrechtliche Datingapps die wirklich die Bevölkerung zusammenbringen will. - mehr Anlässe für die Liebe/Singles

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