Sportler rauchen laut Studie nicht seltener als andere Menschen
Sport schützt nicht grundsätzlich vor dem Konsum von Tabak- und Nikotinprodukten. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung von Unisanté in der Westschweiz. Sportlerinnen und Sportler weisen demnach mit elf Prozent denselben Anteil täglicher Raucherinnen und Raucher auf wie die Schweizer Gesamtbevölkerung.

Zwar konsumieren sportlich aktive Menschen weniger Zigaretten pro Tag, wie Unisanté, das universitäre Zentrum für Allgemeinmedizin und öffentliche Gesundheit des Kantons Waadt, in einer Medienmitteilung vom Montag schreibt. Dafür greifen sie häufiger zu E-Zigaretten sowie zu oralen Nikotin- und Tabakprodukten wie Snus oder Nikotinbeuteln.
Als Sportlerinnen und Sportler gelten in der Studie Personen ab 14 Jahren, die regelmässig Sport treiben. Die Stichprobe bestand überwiegend aus besonders aktiven Menschen: 97 Prozent betrieben mindestens einmal pro Woche Sport, im Durchschnitt rund sieben Stunden pro Woche. Viele waren zudem in Sportvereinen oder im Wettkampfsport engagiert. An der Befragung beteiligten sich rund 1700 Personen.
Die höchsten Konsumraten wurden in bestimmten Teamsportarten festgestellt, aber auch in Kraft- und Fitnesssportarten, Tennis und anderen Rückschlagsportarten, in Bergsportarten sowie Kampfsportarten. Die Forschenden weisen allerdings darauf hin, dass einzelne Ergebnisse aufgrund geringer Fallzahlen mit Vorsicht zu interpretieren seien.
Die Studie zeigt zudem, dass jede zehnte befragte Person erstmals im sportlichen Umfeld mit Tabak- oder Nikotinprodukten in Kontakt kam. Besonders ausgeprägt ist dieses Phänomen beim Snus-Konsum im Eishockey.
Aus den Daten lassen sich laut Unisanté zwei typische Konsumprofile ableiten: Einerseits Männer zwischen 20 und 29 Jahren, die intensive Sportarten ausüben und vor allem orale Nikotinprodukte konsumieren. Andererseits junge Frauen zwischen 14 und 19 Jahren, die verstärkt auf ihr Körpergewicht achten und häufiger E-Zigaretten nutzen.
Trotz dieser Entwicklungen bleibt die Haltung gegenüber Tabak- und Nikotinprodukten deutlich kritisch. Neun von zehn Befragten sind der Ansicht, dass Tabakkonsum die sportliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, und sprechen sich für tabakfreie Sportanlagen aus.
Für Stéphanie Pin, Leiterin des Departements Gesundheitsförderung und Prävention bei Unisanté, bildet diese ablehnende Haltung eine wichtige Grundlage für Präventionsmassnahmen. Sie rechtfertige klare Regeln und rauchfreie Umgebungen im Sport, insbesondere zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.














