Schweizer Tankstellen erhöhen Preis-Margen zusätzlich!
Die Treibstoffpreise sind seit dem Ausbruch des Kriegs in Nahost stark gestiegen. Aber: Die grossen Tankstellenketten haben auch ihre Gewinnmarge erhöht.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit Kriegsbeginn sind Benzinpreise um zwölf, Diesel sogar um 22 Prozent gestiegen.
- Grosse Ketten verlangen höhere Preise und erzielen höhere Margen als vor dem Krieg.
- Kleinere Anbieter können dank schlanker Strukturen günstiger anbieten.
Die Autofahrer ächzen unter den steigenden Treibstoffpreisen.
Der Benzinpreis ist seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar um zwölf Prozent gestiegen. Diesel kostet gar 22 Prozent mehr als vor einem Monat.
Grundsätzlich gilt: In ländlichen Tankstellen ist Benzin und Diesel günstiger als auf den Hauptverkehrsachsen und Autobahnen.
Auf dem Land tankt man günstiger als in der Stadt
Und: Bei den grösseren Ketten ist das Tanken teurer als bei kleineren Betrieben.
Das zeigt eine Auswertung des TCS aus dem Januar 2026, über die Nau.ch berichtet hatte: Günstig waren Benzin und Diesel in den ländlichen Kantonen Jura und Baselland.
Besonders teuer dagegen in Genf, der Stadt Zürich oder dem Transitkanton Uri.

Die geographischen Preisunterschiede lassen sich durch Angebot und Nachfrage erklären. Dass auf Autobahnen mehr getankt werden muss als auf dem Land, leuchtet ein.
Tankstellen-Betreiber nennt hohe Preise bei Ketten «ein Skandal»
Doch: Weshalb ist das Benzin bei kleinen Anbietern oft so viel günstiger als bei den grossen Ketten?
Michael Knobel, Geschäftsführer der Etzelpark-Tankstellen, findet auf Tiktok klare Worte: «Ein Skandal.» Bei seinen eigenen Tankstellen gebe es faire Preise. «Die meisten anderen Tankstellen haben gierige Preise.»
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Tatsächlich tankt man beim Etzelpark rund 20 Rappen pro Liter günstiger als bei den grossen Ketten. Bei einer Volltankung eines Autos mit 50-Liter-Tank macht das pro Tankfüllung immerhin zehn Franken aus.
Warum ist das so? Dany Gaberthüel ist Verkaufsleiter bei Eco Stop. Er bietet bei seinen Tankstellen günstige Preise an.
Und vermutet in der Sendung «10vor10» auf SRF: «Am einen oder anderen Ort dürfte es durchaus noch Spielraum nach unten geben.»
Ketten haben Gewinnmarge seit Kriegsbeginn erhöht
Laut Konsumentenorganisationen machen die grossen Ketten pro Liter Benzin einen Gewinn von 28 Rappen. Vor dem Krieg waren es noch 25 Rappen Gewinn pro Liter Benzin. Profitieren die Tankstellen-Konzerne durch höhere Margen also vom Krieg in Nahost?
Matthias Hübscher ist Geschäftsführer Tankstellen bei Volenergy, zu der etwa BP gehört. Er sagt: Ein tieferer Preis, wie ihn die Discounter hätten, sei nicht möglich.
Müsste man die Preise nach unten korrigieren, würden bis zu 40 Prozent der Filialen geschlossen werden müssen, so Hübscher. «Wir könnten Mieten und Löhne gar nicht bezahlen.»
Auf eine Nachfrage, ob tiefere Preise einfach für grosse Ketten nicht möglich seien, geht der Volenergy-Geschäftsführer nicht konkreter ein.
Denn: Bei den kleineren Ketten oder Einzeltankstellen scheint es sehr wohl möglich zu sein.
Wie schafft es etwa der kleinere Anbieter Eco Stop, die günstigen Preise anzubieten? «Wir sind ein sehr schlankes Unternehmen, hoch automatisiert und digitalisiert», erklärt Verkaufsleiter Gaberthüel bei SRF.
Das führe dazu, dass das Unternehmen weniger Kosten habe. «Und diese Kosteneinsparungen können wir unseren Kunden weitergeben.»
Klar ist: Deutlich günstigere Sprit-Preise sind vorerst nicht zu erwarten. Und: Für die Autofahrer lohnt sich der Vergleich an den Zapfsäulen.















