Nidwaldner Landrat will Jugendliche am Kollegium entlasten
Weniger Lektionen pro Woche und Einführung der Jahrespromotion: Der Kanton Nidwalden will die Jugendlichen an der Mittelschule entlasten. Der Landrat will zudem den Zugang zu Unterstützungsangebote bei psychischen Problemen stärken.

Im Gesetz soll dies neu als eine der Aufgaben der Schulleitung festgelegt werden. Mit 32 Ja- zu 26 Nein-Stimmen hat der Landrat an seiner Sitzung vom Mittwoch einen entsprechenden Minderheitsantrag aus der Bildungskommission begrüsst.
Dabei kam es zu einer seltenen Koalition: Die FDP überstimmte gemeinsam mit GLP und Grünen-SP die Mitte und die SVP.
Die Belastung an der Schule nehme zu und es bestehe dringender Handlungsbedarf, sagte etwa Marc Risi im Namen der Grünen-SP-Fraktion.
Die Gegnerinnen und Gegner des Antrags argumentierten, die Verankerung der Schulsozialarbeit auf Sekundarstufe II sei bereits für 2028 vorgesehen, wie es das Regierungsprogramm festhält. Wie bei den Volksschulen soll diese im Sozialhilfegesetz, nicht im Mittelschulgesetz, festgelegt sein. Damit erhielten zudem das Kollegium und die Berufsschulen gleichzeitig dieselbe Ausgangslage. Der Antrag hätte ferner auch Kosten zur Folge und könne frühestens ab 2027 umgesetzt werden.
Florian Grendelmeier (FDP) betonte, es gehe nicht um neue Leistungsaufträge für die Schule, sondern um eine klare Verantwortung für die Schulleitungen.
Die Gesetzesrevision sieht im weiteren die Aufhebung der Wahlpflichtfächer vor, die als freiwillige Wahlfächer bestehen bleiben sollen. Dies und die Einführung der Jahrespromotion waren weitgehend unbestritten, wobei die Entlastung der Schülerinnen und Schüler für einige Fraktionen noch zu wenig weit ging.
Die Eltern der Kinder hätten die hohe Belastung in der Vergangenheit immer wieder beanstandet, hiess es auch im Bericht der Regierung.
Die Gesetzesrevision wurde durch Änderungen im Bundesrecht angestossen. Weil die Regierung in diesem Zug vorsah, gleich die Jahrespromotion einzuführen, reichte eine Anpassung auf dem Verordnungsweg nicht aus.






