Schweizer in Afrika getötet: Er suchte Rohstoffe
Ein Schweizer Geologe war in der Zentralafrikanischen Republik auf Rohstoffsuche, als er getötet wurde. In dem Land herrschen grosse Unsicherheit und Armut.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Schweizer Geologe wurde in der Zentralafrikanischen Republik getötet.
- Er war im Auftrag eines Unternehmens aus den Vereinigten Arabischen Emiraten auf Rohstoffsuche.
- In der Zentralafrikanischen Republik schlummern enorme Mengen an Bodenschätzen im Boden.
Ein Tessiner Geologe wurde in der Zentralafrikanischen Republik entführt und getötet. Er war dort im Auftrag eines Rohstoffunternehmens aus den Vereinigten Arabischen Emiraten auf der Suche nach Rohstoffen. Der Fall wirft ein Licht auf die undurchsichtige und verworrene Lage rund um die Bodenschätze in dem Land.
Wie «SRF» berichtet, arbeitete der Tessiner schon seit Jahren in der Rohstoffindustrie. Die Suche nach Bodenschätzen hat ihn in verschiedenste Teile der Welt gebracht.
In der Zentralafrikanischen Republik schlummern Milliarden im Boden: Neben Gold und Diamanten auch Kupfer, Lithium und Uran. Zudem verfügt das Land über ein grosses, noch unerschlossenes Potential an den immer wichtiger werdenden Seltenen Erden.
Bis vor nicht allzu langer Zeit lagen die Schätze aber ausserhalb der Reichweite grosser Konzerne: Präsident Faustin-Archange Touadéra verbündete sich vor zehn Jahren mit der russischen Wagner-Gruppe. Die Söldner nahmen eine wichtige Rolle im Sicherheitsapparat ein und durften im Gegenzug die Rohstoffe abbauen.
Die Wagner-Gruppe baute ihren Einfluss im Land aus und war tief verwurzelt in der Politik und der Wirtschaft. Lokale Führer kauften sich den Schutz, indem sie Schürfrechte abtraten. Teils war die Rede von einem mafiösen System.
Nach dem Tod von Wagner-Boss Jewgeni Prigoschin übernahm das Africa-Corps, eine von Moskau befehligte paramilitärische Organisation, die Rolle im Sicherheitsapparat. Das ermöglicht es Unternehmen aus anderen Ländern, Schürfrechte zu erwerben.
Unter anderem Firmen aus Frankreich, China oder Russland gingen Abkommen ein. Sie operieren aber eher im Verborgenen. Konzerne aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hingegen gehen offensiver vor. Die Emirate wurden zum ersten Abbaupartner der Regierung.
Armut, Unsicherheit und ein immer autoritärer regierender Präsident
Trotz der Milliarden, die im Untergrund liegen, ist die Zentralafrikanische Republik ein sehr armes Land: 85 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze, ein Gesundheitssystem ist praktisch inexistent, es fehlt an allem.
Hinzu kommt die politische Instabilität: 2016 wurde zwar Touadéra zum Präsidenten gewählt. Er war das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt nach einer von Staatsstreichen geprägten Zeit.

Doch seine Herrschaft nimmt immer autoritärere Züge an: Er liess die Verfassung so abändern, dass er auf Lebenszeit Präsident sein darf. Bei den letzten Wahlen klagte die Opposition über Betrug und Einschüchterung.
Touadéra steht an der Spitze der Zentralafrikanischen Republik, dahinter seine Getreuen. Darunter aber gibt es ein institutionelles Vakuum, das zu Anarchie, Instabilität und Gewalt führt.
In dem Land sind zahlreiche bewaffnete Gruppen aktiv, die Regierung hat nicht die Kontrolle über das gesamte Territorium.
Nach dem Mord an dem Schweizer spricht sie dann auch von der Tat von kriminellen Banden. Sie hat angekündigt, eine Ermittlung zu eröffnen.

















