Touadéra bleibt Präsident in Zentralafrikanischer Republik

Der amtierende Präsident Faustin-Archange Touadéra hat die Präsidentenwahl in der Zentralafrikanischen Republik gewonnen.

Der Präsident der Zentralafrikanischen Republik Faustin Archange Touadéra (M, unten) spricht zu den Medien, nachdem er zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt wurde. Foto: Jea...
Der Präsident der Zentralafrikanischen Republik Faustin Archange Touadéra (M, unten) spricht zu den Medien, nachdem er zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt wurde. Foto: Jea... - Keystone/AP/Jean-Fernand Koena

Nach vorläufigen Ergebnissen der nationalen Wahlbehörde ANE erhielt Touadéra 76,15 Prozent der Stimmen und setzte sich damit bereits im ersten Wahlgang durch. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 52,42 Prozent.

Sein wichtigster Herausforderer, der Oppositionspolitiker Anicet Georges Dologuélé, kam auf 14,66 Prozent der Stimmen. Kurz vor der Bekanntgabe der Ergebnisse kritisierte Dologuélé, es habe Unregelmässigkeiten beim Ablauf der Wahl gegeben, und kündigte an, die zuständigen Institutionen anzurufen.

Der Verfassungsrat hat zwei Wochen Zeit, Einsprüche zu prüfen. Sollte er die Ergebnisse bestätigen, tritt Touadéra eine dritte, nun erstmals siebenjährige Amtszeit an. Der 68 Jahre alte Mathematiker ist seit 2016 im Amt und hatte sich 2023 in einem Verfassungsreferendum die Möglichkeit weiterer Amtszeiten gesichert. Mehrere Oppositionsparteien riefen zum Boykott der Wahl auf. Kritiker werfen der Regierung Einschränkungen der politischen Freiheiten vor.

Die Zentralafrikanische Republik zählt trotz reicher Bodenschätze wie Diamanten und Gold zu den ärmsten Ländern der Welt. Das Land mit rund 5,5 Millionen Einwohnern ist seit mehr als einem Jahrzehnt von Gewalt geprägt. Die UN-Friedensmission Minusca sowie militärische Unterstützung aus Ruanda und Russland hatten in den vergangenen Jahren zu einer Stabilisierung beigetragen.

Die Sicherheitslage gilt jedoch weiter als fragil. Rebellen sind weiter im Land aktiv. Russischen Söldnern werden schwere Verbrechen vorgeworfen. In diesem Jahr schloss die Regierung mehrere Abkommen mit Rebellengruppen, was vor den Wahlen für eine vergleichsweise ruhige Lage sorgte. Kritiker zweifeln jedoch an der Nachhaltigkeit dieser Vereinbarungen.

Nach der Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnisse riefen politische Akteure, Vertreter der Zivilgesellschaft und internationale Partner zur Ruhe auf. In der Hauptstadt Bangui waren Sicherheitskräfte präsent, darunter gemeinsame Patrouillen von Regierungstruppen und der UN-Mission Minusca. Auf den Strassen war die Stimmung ausgelassen, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichtete.

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