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    Schweizer Bauern müssen kistenweise Nüsslisalat entsorgen

    Fabia Söllner
    Fabia Söllner

    March-Höfe,

    Schweizer Gemüseproduzenten sehen sich zunehmend gezwungen, einwandfreien Nüsslisalat zu entsorgen. Grund dafür ist die Konkurrenz durch günstige Importware.

    nüsslisalat
    Bauern müssen Nüsslisalat im grossen Stil vernichten. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bauern müssen einwandfreien Nüsslisalat entsorgen, weil keine Abnehmer vorhanden sind.
    • Trotz Strafzöllen ist importierter Nüsslisalat günstiger.
    • Die Gemüsebranche fordert eine Anpassung der Importzölle an die Teuerung.

    In der Schweiz wird derzeit Nüsslisalat in grossem Stil vernichtet. Wie der «Schweizer Bauer» berichtet, bleiben tonnenweise frische Ernten von Gemüsebetrieben ohne Abnehmer und müssen entsorgt werden.

    Die betroffenen Produzenten machen insbesondere die Preisentwicklung auf dem internationalen Markt und eine nachlassende Schutzwirkung der Importzölle verantwortlich.

    Peter Kistler, Gemüsegärtner aus Reichenburg SZ, musste Ende März rund 1100 Kisten Nüsslisalat direkt der Biogasanlage zuführen. Trotz einwandfreier Qualität fand sich kein Abnehmer.

    Der Grund: Importware aus dem Ausland, insbesondere aus Frankreich, ist für den Handel trotz Zollabgaben günstiger zu beschaffen als Schweizer Gemüse.

    Grenzschutz verliert an Wirkung

    Zwar sieht das Schweizer Zollsystem vor, die heimische Gemüseproduktion durch sogenannte AKZA-Zölle in der Anbausaison vor ausländischer Konkurrenz zu schützen.

    Diese Zölle sollen Importe verteuern und die Inlandproduktion sichern. Doch durch den seit Jahren starken Franken hat sich die Wechselkursrelation zum Euro deutlich verändert. Das führt zu dem Effekt, dass der Grenzschutz de facto an Wirkung verliert.

    Gemüseproduzent Thomas Wyssa aus Galmiz FR spricht gegenüber dem «Schweizer Bauer» von systemischen Fehlanreizen: Ein Importeur könne Nüsslisalat aus Frankreich zu etwa drei Euro pro Kilo einkaufen.

    Selbst unter Berücksichtigung des Strafzolls von sieben Franken bliebe der Endpreis somit unter zehn Franken. Das liegt deutlich unter unseren Produktionskosten von rund zwölf Franken pro Kilo, meint er.

    Importe nehmen trotz Zöllen zu

    Trotz bestehender Zölle steigen die Importe von Nüsslisalat kontinuierlich. Laut Branchenangaben wurden im vergangenen Jahr rund 700 Tonnen importiert – doppelt so viel wie noch vor acht Jahren.

    Gleichzeitig ist die Inlandproduktion rückläufig. Dies führt dazu, dass ein wachsender Teil der Schweizer Ernte nicht mehr vermarktet werden kann.

    Salat
    Nüsslisalat kann in der Schweiz nicht gut vermarktet werden. - Keystone

    Preisaktionen, Billiglinien und der Erfolg von Discountern wie Aldi und Lidl haben die Marge im Gemüsesegment zudem spürbar reduziert. Für die Einkäufer zählt zunehmend der Einkaufspreis – Herkunft und Produktionsweise treten in den Hintergrund.

    Produzenten fordern Zollanpassung

    Angesichts der Entwicklung fordert der Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) nun eine grundlegende Anpassung der Zollsystematik. Die Strafzölle auf Importgemüse an die Teuerung und die Wechselkursentwicklung sollen angepasst werden.

    Hast du in letzter Zeit Nüsslisalat gekauft?

    Ziel ist es, die Zölle indexbasiert zu erhöhen, sodass Importware nicht länger ungerechtfertigt günstiger in den Markt gelangt.

    Ein französischer Nüsslisalat würde dann inklusive Zoll rund 14 Franken pro Kilo kosten. Das sei ein Niveau, bei dem Schweizer Produzenten wieder konkurrenzfähig wären.

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    Kommentare

    User #6481 (nicht angemeldet)

    Habe lange Zeit selber einen Garten bepflanzt und gepflegt.Da lernt man Schweizergemüse zu schätzen. 1Päckli Zigaretten weniger gibt dann fast 1 kg Nüsslisalat und ist erst noch gesünder und schont erst noch die Umwelt.

    User #2249 (nicht angemeldet)

    Warum verkaufen Sie den Nüsslisalat nicht einfach günstiger bei Überproduktion an die Konsumenten, die jährlich Milliarden Subventionen an die Bauern zahlen als Goodwill? Und in der Regel ist Nüsslisalat in der Schweiz hoffnungslos zu teuer.

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