Schweizer Armee will neuartige «Schiesskinos» beschaffen
Die Schweizer Armee will fürs Schiesstraining neuartige Simulatoren beschaffen, sogenannte «immersive Schiesskinos». Mit diesen Anlagen will die Armee den Schiesslärm reduzieren und die Effizienz der Ausbildung erhöhen.

Das geht aus einer Publikation des Bundesamts für Rüstung Armasuisse von dieser Woche auf der Beschaffungsplattform simap.ch hervor. Die «Sonntagszeitung» berichtete am Sonntag als erste über die Ausschreibung.
Laut diesem Simap-Eintrag sollen die Schiesskinos eine simultane Ausbildung von bis zu zwölf Schützen ermöglichen. Bis Anfang des kommenden Jahres will das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) Angebote beurteilen, danach die «immersiven Schiesskinos» beschaffen. «Immersion» bedeutet «Eintauchen in eine virtuelle Umgebung».
Auf Anfrage von Keystone-SDA sagte am Sonntag Armeesprecher Mathias Volken, es gehe um die Ausbildung an Faust- und Handfeuerwaffen. In diesen neuen Anlagen könnten Waffenhandhabung, Zielerfassung und Schussabgabe unter realitätsnahen Bedingungen emissionsarm trainiert werden.
«Im Gegensatz zu den heute eingesetzten Laserschuss-Simulatoren, die vorwiegend taktische Abläufe oder Gefechtssituationen trainieren, liegt der Schwerpunkt auf der realitätsnahen Waffenanwendung und Zielbekämpfung», so Volken. Immersive Schiesskinos habe die Schweizer Armee noch nicht.
Diese Anlagen würden die Schiessausbildung mit scharfer Munition nicht vollständig ersetzen. Auch künftig werde es auf Schiessplätzen Übungen mit scharfer Munition geben.
Volken betonte, mit der Ausschreibung auf simap.ch gehe es Armasuisse um eine Informationsbeschaffung und Marktabklärung mit Blick auf die Durchführung einer Beschaffungsmarktanalyse. «Sie stellt weder eine definitive Beschaffung noch eine Vorentscheidung für ein konkretes Projekt dar», sagte er.
«Schiesskinos» im Sinn von Schiesssimulatoren verwendet die Armee bereits seit Langem. So besuchte etwa 1996 eine St. Galler Regierungsrätin ein Schiesskino bei einem Truppenbesuch in St. Luzisteig SG. Schlagzeilen machte im Jahr 2000, als die Armee an der Muba-Messe in Basel ein Schiesskino aufbauen wollte.
Bundesrat Adolf Ogi verfügte letztlich, dieses «Kino» sei abzubauen. 2009 wurde bekannt, dass eine schnelle Eingreiftruppe der Bundeskriminalpolizei ein Schiesskino zum Training benutzt. Auch einzelne Kantonspolizeien verfügten über solche Anlagen, hiess es damals.










