Brand in Crans-Montana belastet Schweizer Tourismus bisher kaum
Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat international grosse Aufmerksamkeit ausgelöst, wirkte sich bislang aber kaum auf den Schweizer Tourismus aus.

Buchungen, Frequenzen und Umsätze blieben laut mehreren Tourismusorganisationen stabil. «Das Ereignis hat international grosse Aufmerksamkeit erhalten», sagt ein Sprecher von Wallis Promotion auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Auffällige Veränderungen bei den Buchungsständen für das Wallis insgesamt seien jedoch ausgeblieben.
In Crans-Montana selbst habe es zwar einzelne Annullationen gegeben, vor allem bei Firmenanlässen, «in mehreren Fällen wurden Buchungen jedoch nicht gestrichen, sondern zeitlich verschoben».
Unterschiedlich fällt die Wahrnehmung im Ausland aus. Während in europäischen Nachbarländern der Ort meist konkret genannt worden sei, werde in Fernmärkten häufig nur allgemein von einem «Swiss ski resort» gesprochen. Beobachter sehen darin ein potenzielles Risiko für das Landesimage – konkrete Auswirkungen auf Buchungsentscheide gebe es bisher jedoch nicht.
Auch andere Regionen melden keine Verschiebungen. Eine Nachfrageverlagerung zulasten des Wallis sei nicht festzustellen, erklärte ein Sprecher von Graubünden Tourismus. Zwar registrierten die Bündner Bergbahnen im Januar eine leichte Abschwächung, diese sei aber schneebedingt. Gastronomieumsätze lägen mehrheitlich auf Vorjahresniveau. Seilbahnen Schweiz stellte ebenfalls keine brandbedingten Veränderungen bei den Frequenzen fest.
Hotelleriesuisse sieht keinen Hinweis auf einen strukturellen Imageschaden. «Wir sehen keinen Anlass, von flächendeckenden oder langfristigen Umsatzeinbussen für die Wintersaison 2025/26 auszugehen.» Der Verband verwies auf das internationale Image der Schweiz als sichere und professionelle Destination.
Gleichzeitig mahnen Branchenvertreter zur Wachsamkeit. Norbert Patt, CEO der Titlis-Bahnen, warnte Mitte Januar gegenüber AWP vor möglichen Folgewirkungen für das Gesamtimage und betonte die Bedeutung strikter Sicherheitsregeln. «Auch keine Teelichter, wirklich gar nichts», sagte er mit Blick auf offene Flammen in Bergstationen.
Entscheidend sei nun Transparenz, erklärten sowohl Hotelleriesuisse als auch Wallis Promotion. Die Ereignisse müssten «faktenbasiert aufgearbeitet und kommuniziert» werden, um Vertrauen zu sichern. Für eine abschliessende Bewertung möglicher mittel- oder langfristiger Effekte sei es allerdings noch zu früh, hiess es weiter.






