SBB

    SBB-Kontrolleur spricht kein Deutsch

    Aaron Studer
    Aaron Studer

    Bern,

    Im Zug von Bern nach Basel: Ein Nau.ch-Reporter beobachtet, wie ein SBB-Kontrolleur auf eine schweizerdeutsche Frage mit «In English, please!» reagiert.

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    «In English, please!», sagte ein SBB-Kontrolleur. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein SBB-Kontrolleur antwortet auf die Frage einer Passagierin im Zug von Bern nach Basel mit den Worten: «In English, please!»
    • Die SBB äussert sich nicht konkret zu dem Vorfall.
    • Für FDP-Politiker Daniel Ruch sind die Landessprachen ein Herzensthema – entsprechend kritisiert er die SBB.

    Ein SBB-Kontrolleur antwortet auf die Frage einer Passagierin nicht auf Schweizer- oder Hochdeutsch. Sondern mit den Worten: «In English, please!»

    Dies hat ein Nau.ch-Reporter zuletzt in einem Zug von Bern nach Basel mitbekommen. Eine Passagierin hatte gefragt: «Ist das ein Ersatzzug?»

    Der Vorfall wirft Fragen auf: Müssen Kundenbegleiter überhaupt Deutsch sprechen – und welche Sprachkenntnisse verlangt die SBB von ihrem Personal?

    SBB
    Der Vorfall im Zug wirft Fragen auf. (Symbolbild) - keystone

    Auf der Website der SBB sind folgende Anforderungen an zukünftige Kundenbegleiterinnen und -begleiter ausgeschrieben: «Die SBB verlangt sehr gute mündliche Deutsch- oder Französischkenntnisse (Niveau C1).»

    Zusätzlich müsse man bereit sein, schriftliche Grundkenntnisse in zwei weiteren Sprachen zu erwerben.

    FDP-Politiker sieht seine Forderungen bestätigt

    Allgemein fällt an Bahnhöfen und in Zügen auf: Ansagen der SBB erfolgen zuerst in der Landessprache, danach häufig auf Englisch. Genau das ärgert den Nationalrat Daniel Ruch (FDP/VD).

    Er fordert, dass die zweite Sprache, in der sich die SBB an ihre Kundschaft wendet, eine Landessprache sein sollte.

    Auf Nachfrage von Nau.ch äussert er sich zu dem Vorfall im Zug nach Basel: «Das ist nicht normal und bestätigt einmal mehr die Berechtigung meiner Forderungen», sagt Ruch.

    FDP
    Daniel Ruch (FDP) kritisiert die SBB wegen englischsprachiger Bahndurchsagen. - keystone

    Er fordert schon seit längerem, dass die Ansagen an Bahnhöfen nur in den jeweiligen Landessprachen erfolgen. Dahingehend hat der Politiker auch eine Interpellation beim Bundesrat eingereicht – bis heute steht eine Antwort aus.

    Warum das so ist? Ruch sagt: «Ich glaube, der Bundesrat ist in Verlegenheit geraten, und ich hoffe, dass er die Sache ähnlich beurteilt wie ich.»

    «Ich würde mich weigern»

    Würde ein Kundenbegleiter den Politiker bitten, seine Frage auf Englisch zu wiederholen, würde er dies klar verweigern. Das käme überhaupt nicht in Frage, so Ruch.

    Würdest du dem Kundenbegleiter in der Bahn auf Englisch antworten?

    Er betont, dass die Schweizer, welche alle mindestens eine Landessprache beherrschen würden, die Bundesbahn mehrheitlich finanzieren würden.

    Kann dies dazu führen, dass die SBB durch ihre Ausrichtung auf Touristen den Kontakt zu den Schweizern verliert? «Ja», ist sich Ruch sicher.

    Die SBB weicht aus

    Auf Anfrage nimmt Carmen Hefti, Mediensprecherin der SBB, Stellung. Sie betont die Mehrsprachigkeit der Schweiz und stellt klar: «Unsere Kundenbegleiterinnen und Kundenbegleiter müssen für ihre Tätigkeit über sehr gute Sprachkenntnisse in einer Landessprache verfügen.»

    Hefti äussert sich nicht im Detail dazu, warum der genannte Kundenbegleiter lediglich auf Englisch antwortete.

    Sie sagt jedoch: «Wenn Kundenbegleiter Französisch und/oder Italienisch, aber kein Deutsch sprechen, ist es durchaus möglich, dass Englisch als gemeinsame Verständigungssprache gewählt wurde.»

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    Die Mediensprecherin der SBB, Carmen Hefti, nimmt Stellung zu den sprachlichen Anforderungen an die Mitarbeitenden. - sbb.ch

    Allgemein gelte, dass «sehr gute Kenntnisse in einer Landessprache erforderlich» seien.

    «Die Anforderungen richten sich nach den jeweiligen Einsatzgebieten und Kundenbedürfnissen.» Sprachkompetenzen seien Bestandteil der Ausbildung und würden im Rahmen der Anstellung und Ausbildung überprüft.

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    Kommentare

    User #1528 (nicht angemeldet)

    Schon wieder? Wird dies nun wöchentlich neu aufgerollt? Das war einfach ein Romand der besser Englisch als Deutsch sprach, wo ist das Problem?

    User #6295 (nicht angemeldet)

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