Kurz vor dem Start der Zwangswerbung im zeitversetzten Fernsehen gibt auch Salt den Preis für das Überspringen der Reklameblöcke bekannt. Dafür verlangt der Telekomanbieter nun 6 Franken pro Monat, wie Salt am Freitag mitteilte.
salt
Das Logo von Salt. - keystone

Ab dem nächsten Dienstag, dem 4. Oktober, wird die Zwangswerbung beim zeitversetzten TV der deutschsprachigen Privatsender eingeführt. Konkret bedeutet dies, dass beim Start einer Sendung auf Replay-TV ein Werbesport von 5 bis 7 Sekunden angezeigt wird, der nicht überspult werden kann. Ebenfalls wird Zwangswerbung angezeigt beim Drücken der Pausentaste.

Schliesslich kommt ein Werbeblock mit zwei bis drei Spots von maximal 130 Sekunden, der eingespielt wird, wenn die Zuschauer während des Replays den viel längeren Werbeblock überspulen möchten. Die Sender können neu das Spulen bei Werbeausstrahlungen pro Sendestunde bis zu maximal vier Minuten unterbinden.

Dies wird am 4. Oktober bei 19 deutschsprachigen Privatsendern eingeführt. Diese sind fast alle Sender von RTL Deutschland (RTL, Vox, Nitro, RTLZWEI), der Seven.One Entertainment Group (ProSieben, SAT.1, Kabel Eins, ProSieben Maxx, SAT.1 Gold, Sixx, Puls 8) und von CH Media (TV24, TV25, S1, 3+, 4+, 5+, 6+, 7+/Nick Schweiz). Ab dem nächsten Jahr kommen dann noch über ein Dutzend Schweizer Regionalsender sowie N-TV und Super RTL hinzu.

Kunden müssen also ab nächster Woche bei den deutschsprachigen privaten TV-Sendern Reklame beim Überspulen von Werbeblöcken erdulden oder mehr bezahlen. Salt verlangt hierfür zusätzlich 6 Franken pro Monat.

Allerdings hatte der Telekomanbieter bereits im Mai eine Zusatzgebühr von 3,95 Franken pro Monat für das siebentägige Replay-TV eingeführt. Das bisherige Replay von 30 Stunden ist für Neukunden schon im März abgeschafft worden.

Bereits vor zwei Wochen hatten die Konkurrenten ihre Preise für das zeitversetzte Fernsehen ohne Zwangswerbung bekannt gegeben. Die Swisscom verlangt für das Überspringen der Werbeblöcke 6,90 Franken pro Monat, Sunrise 7,90 und die Sunrise-Billigmarke Yallo 7,95 Franken.

Beim Kabelnetzverbund Quickline kostet das Überspringen der Werbeblöcke 5 Franken, ebenso wie bei Teleboy. Der Streaminganbieter Zattoo bietet im teuersten Abo weiterhin Replay-TV ohne Aufpreis an.

Grund für die Zusatzgebühren ist die Branchenvereinbarung von TV-Sendern, Verwertungsgesellschaften und TV-Verbreitern aus dem letzten Jahr auf den so genannten Gemeinsamen Tarif 12 (GT12). Damit wollen TV-Sender die Werbeeinnahmen kompensieren, die durch das Überspulen der Werbeblöcke wegfallen.

Salt wies allerdings darauf hin, dass von den rund 260 Sendern, die man anbiete, bei allen anderen rund 240 Sender die Replay- und Aufnahmefunktionen unverändert bleiben würden.

Mehr zum Thema:

QuicklineProSiebenSwisscomSunriseFrankenVoxRTLSalt