Plastik-Recycling-Firmen des Vereins Schweizer Plastic Recycler haben im Jahr 2020 22 Prozent mehr Plastik gesammelt als noch 2019.
Plastik kann rezikliert und in neuer Form wieder in den Kreislauf gebracht werden.
Plastik kann rezikliert und in neuer Form wieder in den Kreislauf gebracht werden. - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Das Wichtigste in Kürze

  • Die rund 30 Firmen des Vereins Schweizer Plastic Recycler sammelten 7219 Tonnen Plastik.
  • Der «Reinheitsgrad» war dabei sehr hoch – 93,5 Prozent waren gewünschte Artikel.

Die Plastik-Recycling-Firmen des Vereins Schweizer Plastic Recycler haben im vergangenen Jahr 22 Prozent mehr Plastik gesammelt als im Vorjahr. Am meisten Plastik pro Einwohner brachten die Kantone Uri, Appenzell AR und Schaffhausen ein. Die rund 30 Firmen, die dem Verein Schweizer Plastic Recycler (VSPR) angeschlossen sind, sammelten 7219 Tonnen Plastik, wie dieser am Dienstag mitteilte.

Im Vorjahr waren es noch 5913 Tonnen. Der «Reinheitsgrad» war dabei sehr hoch: 93,5 Prozent waren gewünschte Artikel – also Flaschen, Becher, Schalen und Folien. 6,5 Prozent der Inhalte waren «falsche Materialien» wie Metalle, Papier und Karton sowie Störstoffe wie Batterien oder Elektrogeräte.

Auch PET-Flaschen gehören zu diesen «Nicht-Zielartikeln». PET aus einer gemischten Plastiksammlung kann wegen Kontaminationen nicht mehr für das Getränkeflaschenrecycling verwendet werden. Der VSPR achte strikt darauf, dass diese separat gesammelt würden, hiess es beim VSPR auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Rund die Hälfte wieder dem Kreislauf zugefügt

Rund die Hälfte des Sammelgutes sei in Form von Produkten – aus rezykliertem Plastik können etwa Boxen und Rohre hergestellt werden – wieder dem Kreislauf zugeführt worden, der Rest sei in Zementwerken und ein kleiner Teil in Kehrichtverbrennungsanlagen «energetisch verwertet» worden, schreibt der Verein.

Abfallberge aus Plastik greenpeace
Abfallberge aus Plastik. (Symbolbild) - Keystone

Recycling-Unternehmen, die mit dem VSPR eine Vereinbarung abschliessen, verpflichten sich dazu, hohe Umweltstandards einzuhalten. Dies soll den Gemeinden die Suche nach einem Entsorgungsunternehmen erleichtern.

Mittlerweile wird gemäss Mitteilung in 410 der rund 2200 Schweizer Gemeinden mit dem von VSPR gelabelten Sammelsack Haushaltskunststoffe gesammelt. Am meisten Plastik pro Einwohner sammeln die Kantone Uri, Appenzell Ausserrhoden und Schaffhausen, während die Kantone Aargau, Zürich und St. Gallen absolut am meisten Tonnen Plastik sammeln.

Auf politischer Ebene sind Arbeiten am Werk

Ziel des VSPR ist es gemäss Mitteilung, seine Richtlinien langfristig in einem Gesetz zur Haushalt-Kunststoffverwertung zu verankern, damit das Sammeln von Haushaltskunststoff in der Schweiz nachhaltig ökologisch gesichert werden kann. Auf politischer Ebene sind dazu Arbeiten am Werk. So hat das Parlament im März etwa dem Bundesrat eine Motion überwiesen, die eine flächendeckende separate Sammlungen und eine hochwertige Wiederverwertung verlangt, um das Potential des Plastiks besser zu nutzen.

Kunststoffe würden in der Schweiz zwar an einigen Orten gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt, hiess es im Rat. Doch die Sammlungen seien vergleichsweise teuer. Auch ökologisch seien diese Sammlungen nicht immer sinnvoll. Denn es würden geringe Mengen gesammelt und das Sammelgut sei von teilweise schlechter Qualität, etwa weil es mit Speiseresten verschmutzt sei.

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