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Bell-Chef erwartet wegen Dürre steigende Fleischpreise

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Basel,

Die anhaltende Hitze hat den Fleischkonsum in der Schweiz laut Bell-Chef Marco Tschanz bislang nicht wesentlich gebremst. Die Dürre dürfte allerdings das Angebot an Fleisch und anderen Rohstoffen verknappen und tendenziell zu höheren Preisen führen, sagte er im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.

Das Logo des Fleischverarbeiters Bell.
Das Logo des Fleischverarbeiters Bell. - Keystone

Interview: Thomas Oswald, AWP

AWP: Herr Tschanz, essen die Menschen bei grosser Hitze weniger Fleisch?

Marco Tschanz: Wenn die Temperaturen über längere Zeit über 29 Grad liegen, beginnt der Fleischkonsum zu sinken. Die Konsumenten haben dann vielleicht weniger Lust, am Grill zu stehen. Einen massiven Rückgang haben wir diesen Sommer aber nicht festgestellt. Wichtiger sind häufig andere Faktoren wie Feiertage oder die Feriensituation. Zudem haben wir weitere Marktanteile gewonnen und uns damit besser als der Markt entwickelt.

AWP: Und die Feuerverbote – belasten diese das Grillgeschäft?

MT: Einen wesentlichen Einfluss habe ich bislang nicht gesehen. Es gibt weiterhin Möglichkeiten, etwa mit Gas zu grillieren.

AWP: Profitieren dafür andere Produkte von der Hitze?

MT: Ja. Dazu gehören frisch geschnittene Früchte, Salat-Bowls und Sandwiches. Bei Sandwiches haben wir heuer Spitzenwerte von mehr als 220'000 Stück pro Tag erreicht. Stark im Trend liegt seit rund eineinhalb Jahren auch Tofu. Wir haben unsere Produktion in Landquart mit einer neuen Anlage verdoppelt. Tofu ist in Europa derzeit faktisch ausverkauft. Wir erhalten sogar Anfragen von deutschen Händlern, ob wir Tofu aus der Schweiz nach Deutschland liefern können. Tofu ist zudem vielseitig einsetzbar und lässt sich gut mit anderen vegetarischen Produkten, Seafood oder Geflügel kombinieren.

AWP: Wie wirkt sich die Dürre auf Bell aus?

MT: Sie führt zu höheren Gestehungskosten und vor allem zu einer Verknappung gewisser Rohstoffe. Kleinblättrige Salate sind in Europa teilweise kaum noch verfügbar, sodass wir sie inzwischen auch aus der Türkei beschaffen müssen. Beim Schlachtvieh sehen wir, dass Tiere wegen der Trockenheit früher von den Alpen und Voralpen ins Tal zum Schlachten gebracht werden. Dieses Angebot wird uns später im Jahr fehlen.

AWP: Wie bereiten Sie sich auf mögliche Engpässe vor?

MT: Wenn ein Tier früher geschlachtet wird, fehlt es später auf dem Markt. Wir bauen darum nun dort, wo es sinnvoll ist, gezielt Lagerbestände auf. Wir versuchen anhand der erwarteten Absatzentwicklung und der aktuellen Rohstoffverfügbarkeit abzuschätzen, welche Mengen wir einlagern müssen. Die Beschaffung wird zusätzlich dadurch erschwert, dass Fleisch nicht beliebig importiert werden kann.

AWP: Müssen die Konsumenten deshalb mit höheren Fleischpreisen rechnen?

MT: Tendenziell ja. Wir geben Preisbewegungen grundsätzlich in beide Richtungen weiter. Das haben wir zuletzt auch bei den stark gesunkenen Schweinefleischpreisen getan. Nun sprechen die Dürre, kleinere Tierbestände, Tierseuchen und das regulatorische Umfeld eher für ein knapperes Angebot. Gleichzeitig wächst die weltweite Nachfrage nach tierischem Protein weiter. Das dürfte tendenziell zu höheren Preisen führen. Wetterbedingte Mehrkosten konnten wir bislang an den Markt weitergeben.

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Kommentare

User #1447 (nicht angemeldet)

Diese Grosszerlegereien sind für die Bauern sowie für die Konsumenten schlecht. Ich bin lieber für 50 kleinere Schlachtereien als für eine Mega Schlachterei und diese gibt die Preise vor. Bell go home wir wollen dich nicht.

User #4657 (nicht angemeldet)

Neues Marktgesetz bei Bell. Zu wenig Futter, mehr Tiere in den Schlachthof, zuviel Fleisch und jetzt, wie geht dies weiter mit den Preisen?

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