Die neue Kaserne bietet den Rekruten für die päpstliche Schweizergarde viel Platz. Unter ihnen sollen nach 500 Jahren Tradition erstmals auch Frauen sein.
päpstliche Schweizergarde Vatikanstadt
Die päpstliche Schweizergarde in der Vatikanstadt. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die päpstliche Schweizergarde könnte bald auch Frauen in ihre Reihen aufnehmen.
  • Möglich gemacht würde dies durch den Bau einer neuen und grösseren Kaserne.
  • So könnte das Rekrutierungspotenzial der Garde verbessert werden.

Nach fast 500 Jahren könnten bald die ersten Frauen in die päpstliche Schweizergarde im Vatikan aufgenommen werden. Möglich gemacht wird dies unter anderem mit dem Bau der neuen Kaserne der Schweizergarde bis 2026. Bisher lauteten die Anforderungen für einen Schweizergardisten: männlich, Schweizer Bürger, ledig, mindestens 174 Zentimeter gross und gesund.

Päpstliche Schweizergarde erhält neue Kaserne

Diese sei grösser und biete den Mitgliedern der päpstlichen Schweizergarde dank Einzelzimmern mehr Privatsphäre. Jean-Pierre Roth, Vorsteher der Stiftung für den Neubau, erklärte gegenüber der Sonntagszeitung des «Tagesanzeiger»: «Es war uns von Anfang an ein Anliegen, dass der Neubau Raum für dienstleistende Frauen bietet.»

Begrüsst wird der Vorschlag, auch Frauen zuzulassen, von Alt Bundesrätin Ruth Metzler-Arnold. Die Präsidentin der Stiftung Schweizergarde meint: «Sobald Gardistinnen zugelassen sind, erhöht sich auch das Rekrutierungspotenzial für die Garde.» Das letzte Wort habe aber immer noch der Papst.

päpstliche Schweizergarde
Die päpstliche Schweizergarde des Vatikans steht anlässlich ihrer Vereidigung im Hof von St. Damaso. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Gregorio Borgia

Die rund 135 Gardisten starke Leibwache von Papst Franziskus brauche jährlich etwa 30 neue Anwärter, um Abgänge zu ersetzen. Dies sei aber nicht immer einfach, berichtet der «Tagesanzeiger». In Vergangenheit hätten sich vereinzelt immer wieder Frauen für die Schweizergarde gemeldet.

Dass diese dann nicht zur Ausbildung zugelassen wurden, hatte immer wieder zu Diskussionen geführt. Die Schweizergarde zähle nämlich nicht als Teil des Militärs, sondern als Polizeikorps. Dort dürfen Frauen nicht generell ausgeschlossen werden, das könne als Diskriminierung angesehen werden.

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