Crans Montana: Menschen fahren Spitäler auf Suche nach Verwandten ab

Antun Boskovic
Antun Boskovic

Crans-Montana,

Nach der Brand-Katastrophe in Crans-Montana VS suchen Menschen verzweifelt nach vermissten Freunden und Verwandten. Sie fahren teils von Spital zu Spital.

Crans-Montana
Menschen in Crans-Montana trauern um die Opfer der Brand-Katastrophe. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Identifizierung der Brand-Opfer von Crans-Montana VS gestaltet sich schwierig.
  • Einige Angehörige fahren von Spital zu Spital, in der Hoffnung, ihre Liebsten zu finden.
  • Auch den Angehörigen wollen die Spitäler die bestmögliche Unterstützung leisten.

Der Schock in der Schweiz nach der Tragödie in Crans-Montana VS ist weiterhin gross: Bei einer Silvester-Feier in der Bar «Le Constellation» sind 40 Menschen bei einem Brand ums Leben gekommen.

115 weitere Personen wurden verletzt. Diese haben teils schwere Brandverletzungen erlitten. Laut dem Präsidenten der Walliser Regierung, Matthias Reynard, befinden sich mindestens 80 der 115 verletzten Personen in kritischem Zustand.

Allein in der Universitätsklinik Lausanne (CHUV) befinden sich «etwa dreizehn erwachsene und acht minderjährige Brandverletzte, deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist». Das erklärt Wassim Rafoul, Chefarzt des Spitals Morges, dem «RTS».

Einige Familien fuhren zuerst nach Lausanne dann nach Zürich

Gemäss Bundespräsident Parmelin gibt es noch Eltern, die nicht wissen, was mit ihren Kindern passiert ist. Zahlreiche Menschen haben deswegen Vermisstenanzeigen in den sozialen Medien geteilt.

In der «SRF Tagesschau» vom Donnerstagabend erklärt Zürich-Korrespondent Luca Laube, dass im Universitätsspital Zürich (USZ) laufend Familien ankommen würden. «Auf der Suche nach ihrer Tochter oder nach ihrem Sohn, die teilweise gar nicht wissen, ob dieses Familienmitglied noch lebt.»

Diese würden deswegen zum Teil von Spital zu Spital fahren: «Die waren beispielsweise heute schon in Lausanne, sind dort nicht fündig geworden. Dann sind sie nach Zürich gefahren und versuchen es jetzt hier.»

Therapie «wird sich sehr, sehr lange hinziehen»

Das Problem sei, dass die Identifizierung der Opfer – auch wenn sie noch lebten – «sehr, sehr schwierig ist». Sie seien nicht ansprechbar. «Und auch Merkmale, die sie identifizieren lassen würden, wie beispielsweise ein Tattoo oder ein Muttermal, sind alle nicht mehr da.»

Es handle sich um sehr schwer verletzte Menschen. «Im ersten Moment ging es darum, den Kreislauf zu stabilisieren und die Atmung zu kontrollieren. Danach ging es sehr schnell um die Behandlung», erklärt Marcel Schlatter, Mediensprecher des USZ, in der Tagesschau.

Crans-Montana Brand Bar
Weinende Menschen am Tag nach der Katastrophe vor der Bar in Crans-Montana. - keystone

Sehr wichtig sei der Flüssigkeitshaushalt: «Deswegen kriegen sie möglichst viel Flüssigkeit, damit wir sie stabilisieren können. Dann geht es in die Therapie und das wird sich sehr, sehr lange hinziehen.»

«Haben viele Angehörige, die ihre Liebsten suchen»

«Wir haben viele Angehörige, die ihre Liebsten suchen. Viele Eltern, die ihre Kinder vermissen – auch aus einer anderen Sprachregion und von weit her anreisen müssen», so Schlatter.

Das seien schon Herausforderungen. «Auch den Angehörigen wollen wir die bestmögliche Unterstützung leisten.»

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