Organisatoren von G7-Demo reichen Strafanzeige ein
Drei Organisatoren der Anti-G7-Demonstration vom 14. Juni in Genf haben wegen ihrer Einkesselung durch die Polizei am Ende der Kundgebung Strafanzeige eingereicht. Sie werfen den Verantwortlichen Freiheitsberaubung, Nötigung und Amtsmissbrauch vor.

Die Anwältin der drei Aktivistinnen und Aktivisten, Françoise Nyffeler, Teo Frei und Donna Golaz, bestätigte der Nachrichtenagentur Keystone am Donnerstag einen Bericht der Zeitung «Le Temps». Die Strafanzeigen richten sich gegen Unbekannt, um sämtliche möglicherweise beteiligten Behörden zu erfassen.
Die Anwältin verlangt, dass jene Personen einvernommen werden, welche die Einkesselung angeordnet oder genehmigt haben. Sollte auch die Staatsanwaltschaft in den Entscheid eingebunden gewesen sein, fordert sie deren vollständigen Ausstand.
Nach Auffassung der Anwältin stellte die mehrstündige Einkesselung einen ungerechtfertigten Freiheitsentzug dar. Sie beruft sich unter anderem auf die Europäische Menschenrechtskonvention, die erniedrigende Behandlung verbietet. Wie rund 500 weitere eingekesselte Personen hätten ihre Mandanten während mehrerer Stunden weder Wasser noch Essen erhalten und keinen Zugang zu Toiletten gehabt.
Die No-G7-Koalition hatte das Vorgehen der Polizei unmittelbar nach der Demonstration scharf kritisiert. Die Genfer Polizei erklärte dagegen, die Einkesselung habe dazu gedient, die Zerstreuung gewaltbereiter Personen zu verhindern und mutmassliche Straftäter festzunehmen. Ein Einsatzbericht der Genfer Polizei wird noch erwartet.
An der Demonstration gegen den G7-Gipfel in Évian in Frankreich nahmen laut Polizei 20'000 Menschen teil, laut der Koalition No G7 waren es 30'000. Sie wurde von Ausschreitungen durch hunderte Aktivisten des Schwarzen Blocks überschattet.










