Erste Badis führen wegen Überfüllung Gäste-Limit ein

Andrea Schüpbach
Andrea Schüpbach

Brugg,

Rekord-Hitze, Rekord-Zahlen. Einige Badis ergreifen wegen grossem Ansturm Massnahmen und reagieren mit Besucher-Obergrenzen. Es mussten Gäste draussen bleiben.

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Damit die Sicherheit gewährleistet werden kann, beschliessen verschiedene Badis Hitze-Massnahmen. Etwa Besucher-Obergrenzen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Badi Villnachern im Kanton Aargau führt eine Besucher-Obergrenze ein.
  • Auch die Badi Rüti ZH setzt seit diesem Jahr auf das Konzept.
  • Letzten Sonntag mussten Gäste draussen warten, auch dieses Wochenende könnte es passieren.
  • Nur so kann die Sicherheit garantiert werden.

Die Mega-Hitze bleibt diese Woche. In den nächsten Tagen sind Spitzenwerte bis 38 Grad möglich.

Viel Arbeit bedeutet dies für die Badis. Rekord-Mengen an Besuchern strömen ans kühle Nass. So etwa beim Aargauer Schwimmbad Villnachern.

Badi
Ein Blick in die Badi Villnachern – das Beizli begrüsst seit dem 9. Mai wieder Gäste. - Facebook

Es kann aber auch zu viel sein. Darum gibt es nun eine Hitze-Massnahme: Bei 350 Gästen ist Schluss.

René Kupferschmid vom Badibeizli erklärt gegenüber Nau.ch: «Die Kapazität unserer sehr beliebten, aber kleinen Badi wird sonst überschritten.»

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Die IG der Badi Villnachern informiert auf einem Schild in der Badi, dass nicht mehr als 350 Gäste rein dürfen. - zVg

Die Betreiber teilen die Massnahme den Gästen auch auf einem Schild mit. «Am Sonntag hatten wir viele Leute und wir führten das ein. Platz hätten wir genug, es geht aber um die Sicherheit. Nur so kann der Bademeister alles im Blick halten.»

Am Wochenende könnte Badi voll sein

Bis jetzt habe man noch keine Gäste abweisen müssen. Am nächsten Wochenende könnte dies aber anders aussehen.

«Wir hoffen es nicht, es kann aber sein, dass wir dann den Einlass stoppen müssen. Letzten Sonntag haben wir gesehen, dass 350 Menschen die oberste Grenze ist. Wir können sonst die Sicherheit nicht mehr gewährleisten.»

Wo gehst du dich am liebsten abkühlen?

Die Idee der Kapazitätsgrenze sei vom Bademeister aus gekommen. Auch, weil man noch nie so viele Gäste hatte wie dieses Jahr.

«Letztes Jahr hatten wir maximal 280 Gäste. Nun hatten wir 370 am Sonntag. Das ist massiv», sagt Kupferschmid.

In Zürcher Badi hiess es schon zwei Mal: Wir sind voll

Auch die Zürcher Badi Rüti hat dieses Jahr neu eine Besucher-Obergrenze eingeführt. Der Eintritts-Stopp wurde hier bereits angewandt.

«Wir hatten schon zwei Mal die Situation, dass Leute warten mussten. Einmal letzten Sonntag, einmal an Pfingsten», erzählt Josef Hunkeler, Leiter Abteilung Umwelt in Rüti ZH, gegenüber Nau.ch.

Wird ein Stopp beschlossen, müssen Gäste am Eingang warten, bis sich die Situation in der Badi gelockert hat. Unterstützt wird das Badi-Personal jeweils von Sicherheitsleuten.

Wenn «1000 Teenager voller Energie» baden

Eine fixe Zahl gibt es bezüglich Kapazität nicht. «Es muss sich noch ein bisschen einpendeln.» Ob die Grenze erreicht ist, wird situativ entschieden. Einerseits komme es darauf an, wie viel Personal im Einsatz stehe.

«Andererseits ist es ein Unterschied, ob 1000 Teenager voller Energie baden oder viele Familien mit Kindern. Darum gibt es keine fixe Besucherzahl.»

Damit Gäste die Stopps möglichst umgehen können, gibt es auf der Website eine Anzeige. Ein Zeiger steht dann auf «Alles im grünen Bereich», «Es wird langsam eng» oder «Die Badi ist voll».

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Diese Grafik auf der Website von Rüti ZH zeigt, ob es aktuell Platz in der Badi hat oder nicht. - rueti.ch

Trotzdem könne es manchmal schnell gehen. So auch an den beiden Tagen, wo Leute zwischenzeitlich vor der Badi warten mussten.

Die Reaktionen seien unterschiedlich. «Leute, die warten mussten, fanden es natürlich nicht so lässig. Vereinzelte gingen am Sonntag heim – grundsätzlich sind die Gäste aber sehr verständnisvoll. Es kommen ja alle rein, es braucht einfach ein bisschen Geduld.»

Die Badegäste würden die Massnahme schätzen. Die Besucher-Obergrenze sei zudem notwendig, damit die Badmeister den Überblick behalten können. Nur so könne die Sicherheit der Gäste gewährleistet werden.

Es dürfte weitere Einlass-Stopps geben

Hunkeler rechnet damit, dass am letzten Sonntag nicht der letzte Einlass-Stopp in diesem Jahr entschieden werden musste. Auch dieses Wochenende bleibt es sehr heiss – die Massnahme könnte erneut zum Einsatz kommen.

Magst du es, wenn es über 30 Grad warm ist?

«Wir dachten, es kommt zwei bis drei Mal im Jahr vor. Obwohl es erst Juni ist, haben wir die Massnahme schon zwei Mal angewendet. Das ist mehr, als wir erwartet haben.»

Aargauer Badi will nicht mehr als 3200 Leute

Im Freibad in Schachen AG gilt eine Kapazitätsgrenze von 3200 Menschen.

Durchgreifen musste man noch nie, sagt Regina Wenk, Leiterin Sektion Werkhof Aarau. «Würde der Fall doch einmal eintreten, müssten weitere Personen, die das Freibad Schachen besuchen wollen, am Eingang abgewiesen werden.»

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Heute ist die Situation im Freibad Schachen bis nach dem Mittag entspannt. - freibadschachen.ch

Am letzten Sonntag erlebte man ebenfalls einen Ansturm. «Die Kapazitätsgrenze von 3200 Personen wurde zwar erreicht. Allerdings befanden sich nicht gleichzeitig 3200 Besucherinnen und Besucher in der Badi, sondern insgesamt über die gesamte Öffnungszeit des Tages.»

Ob das Freibad Schachen voll ist, kann auf der Webseite nachgelesen werden. Ausserdem gibt es einen Aussenbildschirm vor dem Eingang.

Stadtzürcher Badis stossen «an ihre Grenzen»

In den Berner Stadt-Badis (zum Beispiel Marzili, Weyermannshaus, Lorraine) sind Besuchergrenzen aktuell kein Thema.

Auch in den Stadtzürcher Bädern werden aktuell keine solchen Massnahmen umgesetzt. Ausschliessen will man sie hier hingegen nicht.

«Einzelne Bäder stossen an Rekordtagen an ihre Grenzen. Wir prüfen die Situation laufend», lässt das Sportamt Zürich verlauten.

Die Sommerbäder in Zürich verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr 13 Prozent mehr Eintritte. Am letzten Sonntag (21. Juni) waren es schon 843'150, zum gleichen Zeitpunkt letztes Jahr 746'150.

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Kommentare

User #6316 (nicht angemeldet)

Die Nachhaltigkeits-Initiative war ja gar nicht nachhaltig, und hätte vor 2035 keinen Effekt gehabt. Geniesst doch die Uriella-Zeit!

User #3040 (nicht angemeldet)

Ihr könnt euch bei der SP Schweiz und ihrer angestrebten Verdichtung bedanken.

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