Auslieferungsgesuch für 70-Jährigen Schweizer in Italien gestellt
Das Bundesamt für Justiz hat am Montag das Auslieferungsgesuch für einen ehemaligen Bündner Beamten an das italienische Justizministerium übermittelt. Dem 70-Jährigen werden ungetreue Amtsführung sowie Vermögens- und Urkundendelikte vorgeworfen.

Nun liegt es an Italien, zu entscheiden, ob der Auslieferung stattgegeben wird, wie das Bundesamt für Justiz auf Anfrage von Keystone-SDA mitteilte. Die RSI-Radiosendung Grigioni sera berichtete am Mittwoch zuerst darüber.
Der Beschuldigte hat die Möglichkeit, die Auslieferungsentscheidung anzufechten. Es gibt keine gesetzlichen Fristen, innerhalb derer diese vollzogen werden muss.
Der Mann war am 8. Juni in Formia in der Provinz Latina in Italien festgenommen worden. Im Oktober 2020 hatte die Staatsanwaltschaft Graubünden einen internationalen Haftbefehl erlassen.
Der ehemalige Beamte eines Betreibungs- und Konkursamtes war 2016 ins Visier der Bündner Justiz geraten, weil ein Strafverfahren wegen Amtsmissbrauchs sowie Vermögens- und Urkundendelikten gegen ihn eingeleitet wurde. Die Straftaten wurden zwischen 2006 und 2016 begangen. Er verschwand in der Folge – bis er am 8. Juni in einem italienischen Spital auftauchte.
Die Deliktsumme beläuft sich gemäss Bündner Staatsanwaltschaft auf 500'000 Franken. Betroffen von den Schäden seien sowohl Privatpersonen als auch kommunale und kantonale öffentliche Einrichtungen, teilte die Staatsanwaltschaft vergangene Woche mit.










