Neukunden zahlen oft viel weniger für ihr Handy-Abo
Viele Mobilfunkanbieter haben ihre Preise erhöht. Wer seinem Abo lange treu bleibt, zahlt dabei oft mehr als Neukundinnen und Neukunden.

Das Wichtigste in Kürze
- Mehrere Schweizer Mobilfunkanbieter haben ihre Preise erhöht.
- Neukunden profitieren häufig von deutlich besseren Konditionen.
- Auch bestehende Kunden können Rabatte verlangen oder das Abo wechseln.
Treue zahlt sich bei Schweizer Mobilfunkanbietern häufig nicht aus.
Im Gegenteil: Wer seit Jahren dasselbe Abo besitzt, bezahlt dafür womöglich deutlich mehr als ein Neukunde.
Zu diesem Schluss kommt eine Auswertung des Vergleichsdienstes Dschungelkompass und des Konsumentenschutzes.
Demnach haben in den vergangenen Monaten unter anderem Swisscom, Sunrise und Salt ihre Preise angehoben. Prozentual am stärksten fiel der Anstieg bei Salt aus. Dahinter folgen Lebara, Yallo, Sunrise, Wingo und Swisscom.
Swisscom setzt auf Qualität
Besonders teuer sind in der Regel die Angebote des Marktführers Swisscom. Konzernchef Christoph Aeschlimann begründet dies im SRF-«Eco Talk» mit der Ausrichtung des Unternehmens.
«Jede Firma hat eine eigene Strategie, ob sie eine Tiefpreisstrategie fährt oder eine Qualitätsstrategie. Swisscom fährt seit jeher eine Qualitätsstrategie.»
Ganz entziehen kann sich aber auch Swisscom dem Preiskampf nicht. «Es ist nicht etwas, das uns speziell begeistert», sagt Aeschlimann, «aber der Markt hat sich in die Richtung entwickelt. Wenn Sie heute nicht mitmachen, gewinnen Sie einfach keine neuen Kunden hinzu.»
Swisscom wolle solche Aktionen allerdings nicht aktiv vorantreiben und gehöre deshalb nicht zu den aggressivsten Anbietern.
Der Markt lebt von Aktionen
Für Dschungelkompass-Gründer Oliver Zadori zeigt sich das Sparpotenzial vor allem beim direkten Vergleich. «Wenn man schon länger das gleiche Abo hat und vergleicht: Dann sieht man schnell, dass Neukunden oft viel weniger zahlen als man selbst.»
Der Mobilfunkmarkt werde seit einigen Jahren stark von zeitlich begrenzten Rabattaktionen geprägt. «Zum Beispiel gibt es ein Angebot eine Woche lang für den halben Preis oder 80 Prozent günstiger.»
Wer eine solche Aktion nutzt, kann die monatlichen Kosten erheblich senken. Langjährige Bestandskunden profitieren von diesen Vergünstigungen hingegen häufig nicht automatisch.
Auch Verhandeln kann sich lohnen
Wer keinen neuen Anbieter suchen möchte, kann zunächst beim bisherigen Unternehmen nach einem Rabatt fragen. André Bähler, Leiter Politik und Wirtschaft beim Konsumentenschutz, sieht dabei durchaus Erfolgschancen.
«Neue Kunden zu gewinnen ist teuer. Die Telekomanbieter gewähren deshalb den bestehenden Kunden auf Anfrage oft einen Rabatt, wenn sie sie damit halten können.»
Nach Angaben des Konsumentenschutzes müssen Kunden zudem nicht jede Preissteigerung hinnehmen. Eine solche Erhöhung sei eine einseitige Vertragsänderung und berechtige deshalb grundsätzlich zu einer Sonderkündigung.
Sparen kann somit, wer vergleicht, verhandelt oder wechselt. Besonders teuer kommt dagegen oft, wer seinem alten Mobilfunkvertrag über Jahre hinweg kommentarlos treu bleibt.















