Stadt Zürich

Zürcher Kantonsräte hinterfragen verspätete Alertswiss-Warnung

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Zu spät gewarnt: Nach dem heftigen Hagelsturm vom vergangenen Freitag wollen Kantonsrätinnen und Kantonsräte aller Fraktionen von der Zürcher Regierung wissen, weshalb die Warnung über Alertswiss teilweise erst nach dem Unwetter bei der Bevölkerung eintraf.

Ein Bild der Zerstörung: Der Hagelsturm beschädigte einen Pavillon eines Restaurants in Bülach. (Archivbild)
Ein Bild der Zerstörung: Der Hagelsturm beschädigte einen Pavillon eines Restaurants in Bülach. (Archivbild) - KEYSTONE/CLAUDIO THOMA

Beim Hagelsturm vom vergangenen Freitag kam es zu zahlreichen Sachschäden. Zudem wurden rund 40 Schülerinnen und Schüler in Winterthur und Seuzach verletzt. «Um vor solchen Ereignissen zu warnen, existiert die App Alertswiss», schreiben die Kantonsratsmitglieder von SVP, FDP, Mitte, GLP, EVP, SP, Grünen und AL in einer kürzlich eingereichten Anfrage an die Regierung.

Doch offenbar erreichte die Warnung von Alertswiss zumindest einige Personen erst nach dem Ereignis, wie es im Vorstoss heisst. «Eine frühere Warnung hätte sowohl Sach- als auch Personenschäden reduzieren können», schreiben die Kantonsratsmitglieder.

Sie sind sich bewusst, dass solche Extremereignisse schwer vorherzusagen sind. Dennoch wollen sie von der Regierung wissen, um welche Uhrzeit der Hagelsturm die stark betroffenen Regionen Bülach, Embrach, Neftenbach, Seuzach und Winterthur traf und um welche Zeit die Warnung über die App Alertswiss bei den Nutzerinnen und Nutzern in diesen Gebieten jeweils einging.

Sie fragen die Regierung, inwiefern sie die App als «taugliches Warnmittel» vor solchen Extremwetterereignissen erachtet, wie und durch wen der Alarm ausgelöst wird, welche konkreten Lehren daraus für künftige Warnprozesse gezogen und ob Anpassungen geprüft werden.

Sturmschäden von 200 Millionen Franken

Am Freitagvormittag war ein heftiges Gewitter mit Hagel und Wind unter anderem über den Kanton Zürich gefegt. Dabei wurden zahlreiche Personen verletzt und es entstanden grosse Schäden an Gebäuden.

Die Gebäudeversicherung teilte am Montag mit, dass knapp 12'000 Schadenmeldungen vorlagen und sich die Schadensumme bislang auf rund 200 Millionen Franken belief. Kurz nach dem Sturm hatte die Versicherung noch mit Schäden von 30 Millionen Franken gerechnet.

Kommentare

User #4208 (nicht angemeldet)

Wer bei einer Vorhersage von Gewittern gelegentlich ein Blick auf das Regenradar wirft, der wird mit mindestens 10 Minuten Vorlaufzeit wissen, wann mit einem Hagelzug vor Ort zu rechnen ist. Wenn die Interpretation des Regenradars Schwierigkeiten bereitet, lohnt es sich Dr. Google zu fragen.

User #3706 (nicht angemeldet)

Nein, da geht es z.B. um Kindergärtner im Wald und Schüler auf dem Pausenplatz. Und nicht um eine Klimadiskussion: Da erwartet man schon eine möglichst schnelle Warnung. Bei einer Ueberflutung ( z.B Aarthal in Deutschland, wo bekanntlich gar nichts funktioniert hat), wäre die rechtzeitige Information überlebenswichtig!

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