Neue Verbots-Schilder stören Aussicht auf Berge in Thun
Ab heute gilt am Thunerseeufer ein neues Regime, damit Spaziergänger nicht länger durch Velofahrer gestört werden. Doch die neuen Schilder sorgen für Stunk.

Das Wichtigste in Kürze
- Neue Verbotsschilder stören die Aussicht auf die Berge am Thunerseeufer.
- Die Stadt Thun reagiert auf Nutzungskonflikte mit neuen Regeln.
- Der Thuner Baudirektor nimmt Stellung zu den «überdimensionierten Schildern».
Die Aussicht auf das Berner Oberländer Bergpanorama am Thunersee ist einmalig. Doch ausgerechnet dort versperren jetzt Verbotsschilder den Blick.
Der Thuner EVP-Stadtparlamentarier Jonas Baumann-Fuchs ärgert sich beim Kaffeetrinken auf der Terrasse des Hotels Seepark über die gestörte Aussicht.
Auf Beiträgen in einer lokalen Facebook-Gruppe und auf Instagram lässt er seinen Frust vor einigen Tagen raus: «Ist das wirklich deine Herzens-DNA? Hohe Verbotsschilder (für wenige Abweichler), mitten vor der Aussicht der imposanten Bergkette!»
Und weiter: «Fährt ernsthaft jemand auf die Terrasse des Hotel Seepark Thun und dann wieder von da weg?»
Über 90 Thunerinnen und Thuner teilen den Frust und liken den Beitrag.
Hinter dem Schilderwald steckt die neue Verordnung für die Seeufernutzung, die ab heute, 1. April, in Kraft tritt.
Das bestätigt die Medienstelle der Stadt Thun auf Anfrage von Nau.ch und verweist auf eine entsprechende Mitteilung.
Stadt Thun will Konflikte entschärfen
Das Gebiet entlang des Uferweges ist ein grosses und beliebtes Naherholungsgebiet. Weil immer mehr Menschen den Uferbereich benutzten, kam es verstärkt zu Nutzungskonflikten. Diese will die Stadt Thun nun mit der neuen Verordnung entschärfen.
Eigentlich hätte sie bereits am 1. August 2023 in Kraft treten sollen. Doch der Schritt hat sich wegen diverser Einsprachen und Beschwerden verzögert.
Die Verordnung hält fest, dass das Gebiet grundsätzlich für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Gleichzeitig soll dem Natur- und Vogelschutz Rechnung getragen werden.
Das Befahren mit Töffs und Velos ist verboten und wird nun entsprechend signalisiert. Zusätzlich wird die Leinenpflicht für Hunde auf dem Uferweg ausgeweitet.
Grillieren und das Entfachen von Feuer ist nur an den offiziellen Grillstellen oder besonders gekennzeichneten Stellen erlaubt.
Baudirektor verspricht: «Das werden wir korrigieren»
Der zuständige Gemeinderat Reto Schertenleib (SVP) äussert sich nun auf Instagram unter dem Beitrag von Jonas Baumann-Fuchs zur Schilder-Kontroverse. Er verweist auf die neue Verordnung zur Regelung des Neben- und Miteinanders der beliebten Freizeitorte.

Für die Kritik des Stadtparlamentariers zeigt er Verständnis: «Aber du hast recht, die Verbotsschilder vor der Terrasse des Hotels Seepark sind in der Höhe überdimensioniert.»
Schertenleib verspricht: «Das werden wir korrigieren.» Der Baudirektor und seine Mitarbeitenden seien nämlich für «konstruktive Vorschläge empfänglich».











