Neue Uno-Ausstellung in Genf lädt zum Mitmachen ein
Ab dem 8. Juni kann die Öffentlichkeit in Genf hautnah erleben, was die Uno konkret für den Alltag von Milliarden Menschen bedeutet. Am Donnerstag ist das neue «Portail des Nations» den Medien vorgestellt worden – ein Erlebniszentrum, das den Multilateralismus greifbar machen soll. Was die Besucherinnen und Besucher erwartet:

«TOGETHER»: Die interaktive 60-minütige Gruppenausstellung bildet das Herzstück des neuen Zentrums. In drei Sequenzen zeigt sie, wie das multilaterale System der Vereinten Nationen (Uno) funktioniert. Erzählerinnen und Erzähler begleiten die Gäste entweder in Gruppen oder per über Kopfhörer – in acht Sprachen. Unter dem Leitgedanken «Eine Stunde, um die Welt zu verändern» sollen die Teilnehmenden erleben, wie individuelles Denken in gemeinschaftliches Handeln übergeht.
Im ersten Teil, «Zusammenkommen», geht es um die Zusammenarbeit zwischen Staaten und Völkern. «Wissen» beleuchtet die Arbeit der Uno-Agenturen angesichts globaler Herausforderungen wie neuen Technologien, Klimawandel, Gesundheit, Migration oder humanitären Krisen. Im dritten Teil, «Antworten», übernehmen die Besucherinnen und Besucher selbst die Rolle verschiedener Länder und versuchen, in Verhandlungen Kompromisse zu finden und einen Konsens zu erzielen. Mehrere Abstimmungen gehören zur Simulation.
DIE LOBBY: Noch vor «Together» tauchen die Gäste im Eingangsbereich in die Welt des internationalen Genfs ein. Die künstlerische Installation «Genf arbeitet für die Welt» präsentiert sieben Kompetenzfelder dieses einzigartigen Ökosystems. Begleitende Filmsequenzen laufen in Dauerschleife.
DER ZUGANG: Das Zentrum ist täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet – entweder separat oder als Ergänzung zu Führungen durch den Palais des Nations, die künftig dort enden werden. Zusätzliche Abendtermine sind insbesondere dienstags und donnerstags vorgesehen. Tickets sind ausschliesslich online unter www.portaildesnations.ch erhältlich.
Empfohlen wird, mindestens eine Stunde vor Beginn am Eingang «Porte des Nations» einzutreffen, da Sicherheitskontrollen vorgesehen sind. Insgesamt dauert das Erlebnis inklusive Wartezeit zwischen zwei und drei Stunden.
DIE ZAHLEN: Das Zentrum umfasst rund 2000 Quadratmeter. Es rechnet mit bis zu 200’000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr. Die Baukosten beliefen sich auf 18 Millionen Franken und wurden unter anderem von Stiftungen finanziert. Betrieben wird das Zentrum zunächst von der Stiftung Portail des Nations, bevor die Uno ab 2028 die vollständige Verantwortung übernimmt.
Die Einnahmen sollen die Betriebskosten decken. Die Vereinten Nationen, die derzeit mit Liquiditätsproblemen kämpfen, haben keine zusätzlichen Betriebsausgaben vorgesehen, sobald sie die Kontrolle übernehmen. Rund 40 Uno-Agenturen, Programme und Departemente sind an dem Projekt beteiligt.
DER INITIANT: Hinter dem «Portail des Nations» steht der Genfer Mäzen und ehemalige Banker Ivan Pictet. Bereits 2008 hatte er die Idee zu dem Projekt. Wirklich Fahrt aufgenommen habe die Initiative allerdings erst elf Jahre später; die Corona-Pandemie sorgte zusätzlich für Verzögerungen. «Der Zeitpunkt könnte kaum besser sein», sagte Pictet am Donnerstag vor den Medien. Der Multilateralismus stehe unter Druck grosser Mächte, gleichzeitig häuften sich globale Krisen.
Dennoch arbeiteten die internationalen Organisationen in Genf «auch unter schwierigen Bedingungen» weiter, betonte Pictet – mit Auswirkungen auf «jeden Einzelnen von uns weltweit».
DIE UNO: «Ich habe immer gedacht, dass wir in einer Sprache sprechen sollten, die jeder versteht», erklärte Uno-Generalsekretär António Guterres bereits im Februar bei einer ersten Zeremonie mit Bundesrat Ignazio Cassis. Damals sprach er von einem «Tor zum Frieden». In der nun eröffneten Ausstellung begrüsst Guterres die Besucherinnen und Besucher per lebensgrosser Videobotschaft gleich zu Beginn von «Together».










