Halloween

    Nach Halloween-Krawallen: Junge sollen in eine Partei

    Bettina Zanni
    Bettina Zanni

    Zürich,

    Die Ausschreitungen in der Halloween-Nacht kamen auf Social Media gut an. Der Chef der Jungen Mitte versucht Sympathisanten auf den richtigen Weg zu bringen.

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    Benedikt Schmid, Präsident der Jungen Mitte, schärft User ein, dass Aktionen wie in der Halloween-Nacht nicht hälfen. - Instagram/@benediktschmid.ch

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Zürich kam es in der Nacht auf Sonntag zu Sachbeschädigungen und Attacken auf Polizisten.
    • Dahinter stecken laut der Polizei «Krawallmacher».
    • Die Jugend habe berechtigte Anliegen, sagt Benedikt Schmid, Präsident der Jungen Mitte.

    Die Halloween-Nacht eskalierte zu einer Gewaltorgie. In Zürich setzte ein gewaltbereiter Mob Container, E-Bikes und E-Trottis in Brand. Auch beschädigten die Personen Scheiben von Geschäften und einer Haltestelle der Zürcher Verkehrsbetriebe.

    Immer wieder griffen die Krawallmacher die Polizei mit Pyrotechnik, Flaschen und Steinen an.

    Auch in Basel kam es auf der Demoroute zu einzelnen Sachbeschädigungen. Zudem errichteten die Demonstrierenden auf der Fahrbahn mit Gegenständen Barrikaden und zündeten diese an.

    Benedikt Schmid, Präsident der Jungen Mitte, schlägt sich am Sonntagabend die Hand vors Gesicht.

    «Probleme lösen wir nicht, indem wir Autos abfackeln»

    «Wieso macht man einen solchen Schei**. Ich versehe es so hart nicht», sagt Benedikt Schmid in einem Video-Post auf Instagram. Darin richtet er sich an die Krawallmacher.

    Er schärft ihnen ein, dass solche Aktionen nicht hälfen. Ausser, dass «Chnuschtis» vor dem Fernseher hockten und sich als SVP-Wähler bestätigt fühlten. «Damit man diese Chaoten mal endlich einbuchst», imitiert Schmid einen solchen.

    Sollen junge Menschen für eine bessere Zukunft in die Politik gehen?

    Die Jugend habe berechtigte Anliegen und es sei wichtig, «dass man uns zuhört», sagt Schmid. Es sei schwierig geworden, von zu Hause auszuziehen, einen Job zu finden und die Miete zu bezahlen. «Leute, die eine gute Ausbildung gemacht haben und sich Mühe gemacht haben, haben heute teilweise einfach keinen Anschluss mehr.» Wegen dieser veränderten Perspektiven gehe es auch vielen Jungen mental schlecht.

    «Aber all diese Probleme lösen wir nicht, indem wir Autos abfackeln gehen», sagt Schmid. Es gebe viele Leute in der Schweiz mit guten Ideen. Er ruft deshalb auf: «Geh in eine Jungpartei, mach mit, damit man uns hört.»

    Anliegen nicht politisch

    Der Präsident der Jungen Mitte scheint aber die falschen Personen anzusprechen. Denn: Mit politischen Anliegen gingen die Teilnehmenden der Demos nicht auf die Strasse.

    Es habe sich um eine Durchmischung von verschiedenen Gruppierungen gehandelt, sagt Judith Hödl, Mediensprecherin der Stadtpolizei Zürich. «Einerseits sicherlich Personen aus dem linksextremen Spektrum und andererseits sogenannte ‹Krawallmacher›.»

    Die vielen Gafferinnen und Gaffer hätten den Einsatz der Polizei zusätzlich erschwert.

    Die SP stellte sich entschieden gegen die Ausschreitungen. Bei den Vorfällen sei es den Beteiligten offenbar einzig um Zerstörung und Eskalation gegangen. Dies sagt Oliver Heimgartner, Co-Parteipräsident der SP Stadt Zürich.

    In Basel kann die Kantonspolizei Basel-Stadt zum Alter oder der Motivation der Teilnehmenden keine Aussagen machen.

    «Glorifizierten die Ausschreitungen»

    Bereits der Aufruf zur Demo in Zürich stammte aus radikalen Kreisen. Sachbeschädigung wurde ausdrücklich thematisiert. «Ein kleines bisschen Gerechtigkeit blitzt auf in jeder zerbrochenen Scheibe der sonst für uns unbezahlbaren Innenstädte.» Dies schrieb die linksautonome Informationsplattform «Barrikade.info»

    Benedikt Schmid hat jedoch einen anderen Eindruck. «Ich habe auf Social Media Posts gesehen von Usern, welche die Ausschreitungen glorifizierten», sagt er zu Nau.ch. Dies sei eine neue Dynamik.

    Videos von Ausschreitungen verbreiteten sich auf Social Media schnell und könnten User ausserhalb radikaler Szenen anstecken. «Ich wollte darum in meinem Post aufzeigen, dass solche Aktionen nicht der richtige Weg sind.»

    «Heute umso wichtiger, sich politisch zu engagieren»

    Der Präsident der Jungen Mitte hält an seinem Aufruf fest, einer Jungpartei beizutreten. Die jungen Menschen seien in der Politik massiv unterrepräsentiert, sagt er. «Die Gesellschaft richtet den Fokus zu wenig auf die Zukunft.»

    Mit KI kämen grosse Veränderungen auch auf die Schweiz zu, sagt Benedikt Schmid. «Kommt ein grosser Jobabbau, muss man sich Gedanken machen, was man mit den Hochschulabsolventen und Absolventen einer Berufslehre macht.»

    Nur jede fünfte Schülerin und jeder fünfte Schüler kann sich vorstellen, an einer Demonstration teilzunehmen. Nur zehn Prozent sind bereit, sich in einer politischen Partei zu engagieren. Und für nur sieben Prozent kommt infrage, für ein politisches Amt zu kandidieren. Dies zeigt das Schweizer Jugend- und Demokratiemonitor 2025.

    Gefordert seien heute Antworten auf mehrere zentrale Fragen, sagt Benedikt Schmid. «Darum ist es heute umso wichtiger, dass sich die Jungen politisch engagieren.»

    Die Junge Mitte zählt laut ihrer Website über 3200 Mitglieder. Kürzlich kamen weitere dazu. «Seit Freitag haben wir vier Beitrittsanfragen erhalten, zehn weitere sind es seit einer Woche», sagt Schmid.

    Ob die Anfragen mit den Krawallen und internationalen Jugendprotesten zusammenhingen, werde daraus nicht ersichtlich.

    Kommentare

    User #5333 (nicht angemeldet)

    Seit wann bedeutet Mitte Links? Neusprech?

    User #4655 (nicht angemeldet)

    Das Feuer erinnert mich an das schreckliche Feuer von Montane wo viele Jugendliche sterben mussten. Nun zünden die Jugendlichen selber Feuer in der Stadt an. Einfach nur Krank !

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