Aufgrund der Corona-Pandemie mussten hunderte im Ausland gestrandete Menschen zurückgeholt werden. Diese haben dem Bund die offenen Rechnungen nicht bezahlt.
Corona
Die Rückholaktion wurde zusammen mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften gestartet, nachdem viele Länder kurzfristig Grenzen geschlossen und Flugverbindungen gekappt hatten. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Hunderte Menschen waren aufgrund der Corona-Pandemie im Ausland gestrandet.
  • Diese wurden mit Rückholflügen zurück in die Schweiz geholt.
  • Nun bleibt der Bund auf den Kosten sitzen.

Mehrere hundert wegen Corona im Ausland gestrandete und in die Schweiz zurückgeholte Reisende haben dem Bund offene Rechnungen nicht bezahlt. Diese belaufen sich auf rund 600'000 Franken. Von den gestellten Rechnungen über rund 7,5 Millionen Franken wurden 6,9 Millionen beglichen. Das entspricht 92 Prozent

In 367 Fällen will der Bund die Leute doch noch zur Kasse bitten, in diesen laufe ein Inkassoverfahren. Dies teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Die Behörde bestätigte Informationen der CH-Media-Zeitungen.

Flughafen Coronavirus
Menschen stehen an einem Flughafen mit Schutzmasken. (Symbolbild) - Keystone

Sich definitiv ans Bein streichen müssen hat der Bund bereits 190'000 Franken. Es habe sich herausgestellt, dass Schuldner insolvent seien. In wenigen Fällen seien sich auch nicht mehr auffindbar gewesen, teilte das EDA mit.

Nach Corona-Pandemie im Ausland gestrandet

In gewissen Fällen hatte sich demnach auch von Vornherein abgezeichnet, dass bei den Leuten nichts zu holen war. Gewisse Rechnungssünder konnten aufgrund falscher Adressangaben nicht mehr ausfindig gemacht werden.

Bei der grössten Repatriierungsaktion des Landes im Frühjahr 2020 wurden 4200 Menschen mit 35 Flügen in die Schweiz zurückgebracht. Sie waren nach Ausbruch des Coronavirus und der Einschränkungen im Reiseverkehr im Ausland gestrandet gewesen.

Der Bund versprach, die Leute zurückzuholen, verlangte aber von Beginn weg mit einer Einverständniserklärung der Betroffenen. Diese sollen sich an den Kosten der Rückholflüge beteiligen.

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