Nach Aus: Verband hofft, dass SRF Schreiner-Lehre wieder einführt
Aus Spargründen bildet die SRG künftig keine Schreiner mehr aus. Das wird von den Schreinerinnen und Schreinern heftig bedauert.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei der SRG werden künftig keine Schreiner mehr ausgebildet, das sorgt für Kritik.
- Nun meldet sich bei Nau.ch auch der Schreinerverband zu Wort.
- Man bedaure den Entscheid der SRG und hoffe, dieser werde bald wieder geändert.
Die SRG muss sparen. Das hat Auswirkungen auf viele Bereiche – auch auf die Lehrstellen.
So wird es aufgrund von Sparmassnahmen künftig bei der SRG keine Schreinerlernenden mehr geben. Zwar gebe es aktuell noch einen Lehrling, dieser werde aber der letzte sein.
Dafür, dass an der Lehrlingsausbildung gespart wird, gab es Kritik aus der Politik. Sowohl Befürworter als auch Gegner der SRG befanden, es handle sich bei dieser Einsparung um einen falschen Schritt.
Denn: Die SRG müsse bei der Ausbildung von jungen Menschen eine Vorbildfunktion einnehmen. Einsparungen bei den Lehrlingen seien kleinlich.
Schreinerverband bedauert Entscheid
Auch beim Schreinermeisterverband des Kantons Zürich ist die Nachricht schlecht angekommen. Dort heisst es auf Anfrage von Nau.ch: «Wir bedauern den Entscheid der SRG sehr.»
Jeder Ausbildungsbetrieb, der Lernende ausbilde, leiste einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Berufsnachwuchses und zur Zukunft des Schreinerhandwerks. «Gerade Betriebe mit einem besonderen Tätigkeitsfeld wie SRF ermöglichen den Lernenden spannende Einblicke in spezialisierte Bereiche des Schreinerberufs», so Patrick Müller, Geschäftsführer des Verbandes.
Damit würden sie die Vielfalt der Berufsausbildung bereichern, heisst es vonseiten des Schreinerverbands.
Denn: «SRF zeigt mit Formaten wie Happy Day immer wieder eindrücklich, welchen Beitrag das Schreinerhandwerk für die Gesellschaft leistet. Wenn durch das handwerkliche Können unserer Berufsleute Wohnträume erfüllt werden, entstehen echte Happy Moments.»
Wäre «starkes Zeichen»
Deshalb bedaure man, dass die SRG künftig keine Schreinerinnen und Schreiner mehr ausbildet. «Die Ausbildung des eigenen Berufsnachwuchses wäre ein starkes Zeichen für die Wertschätzung des Handwerks.»
Selbstverständlich stehe die Qualität der Ausbildung an erster Stelle, erklärt der Schreinerverband. «Ein Lehrbetrieb muss sicherstellen können, dass Lernende sämtliche im Bildungsplan vorgesehenen Kompetenzen erwerben.»
Sei dies nicht mehr gegeben, sei es nachvollziehbar für ein Unternehmen, dass man darauf verzichte, Lernende auszubilden. Aber: «Wir wünschen uns, dass möglichst viele Betriebe Lernende ausbilden.»
«Jeder Ausbildungsbetrieb stärkt Zukunft des Berufs»
Dies, «da der Schreinerberuf sich einer grossen Beliebtheit erfreut». Und generell «die Handwerksberufe durch die KI-Thematik nach wie vor spannende Zukunftsperspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten» würden.
Dass die SRG den Schritt gehe, sei kein Einzelfall, so der Schreinerverband. Denn: «Spezialisierte Betriebe stehen zunehmend unter wirtschaftlichem und organisatorischem Druck. Das kann sich auch auf ihre Möglichkeiten zur Ausbildung von Lernenden auswirken.»
Für den Verband bleibe «die Sicherung qualitativ hochwertiger Ausbildungsplätze eine zentrale Aufgabe». Man unterstütze die Mitgliedsbetriebe dabei, Lernende auszubilden, und setze sich für genügend attraktive Lehrstellen ein.
Abschliessend erklärt der Schreinerverband: «Jeder zusätzliche Ausbildungsbetrieb stärkt die Zukunft unseres Berufs. Deshalb hoffen wir, dass sich SRF zu einem späteren Zeitpunkt wieder für die Ausbildung von Schreinern entscheidet.»














