Migros-Kunden fallen auf Betrugsmasche rein – und verlieren Geld
Seit einigen Wochen kursieren E-Mails, die eine kostenlose Lebensmittel-Box von Migros versprechen. Manche Empfänger liessen sich verlocken.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Teilnehmenden einer Kundenbefragung sollen als Dankeschön eine Lebensmittel-Box der Migros erhalten.
- Derzeit fluten diese E-Mails Posteingänge – teilweise mit Erfolg.
- Unter den Betroffenen sind laut Migros auch Kundinnen und Kunden, die Geld verloren haben.
Das Leben in der Schweiz kostet mehr. Gestiegen sind die Wohnungsmieten, die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl sowie stationäre Spitalleistungen. Mit 0,8 Prozent fällt die Teuerung im August überraschend hoch aus. Entspannung ist nicht in Sicht.
Die schlechten Ernten kurbeln die Preise weiter an. Vor allem Brot, Speiseöl und Gemüse sollen in ein paar Monaten teurer werden. Das Angebot kommt da wie gerufen.
«Wir möchten dir die einmalige Möglichkeit bieten, eine Migros-Lebensmittelbox völlig gratis zu erhalten», steht in der Nachricht. Die Box habe einen Wert von 49.90 Franken. Diese bietet alles, was in einem typischen Einkaufskorb landet: Gemüse, Früchte, Brot, Toast, Crackers.
Die Empfänger sollten «nur einen kleinen Beitrag für die Versandkosten» bezahlen. Die Box erhält man laut der Nachricht, wenn man an einer «kurzen Kundenbefragung» mitmacht.
«Anzeige bei der Polizei erstatten»
Etwa Empfänger im Raum Zürich haben teilweise täglich mehrere der E-Mails erhalten, die «Sarah von Migros» verschickt haben soll. «Ich hätte vielleicht an der Umfrage teilgenommen», sagt ein treuer Kunde, der auch Genossenschafter der Migros ist. «Da mich die Produkte der Box aber nicht interessierten, habe ich die Nachrichten jeweils gelöscht.»
Auch der Posteingang einer Userin aus Bern wird davon geflutet. «Habe ich schon x-Mal erhalten trotz Verschieben in Spam», schreibt sie auf Facebook.
Einige Migros-Kunden waren aber zu gutgläubig. «Leider melden sich auch immer wieder Kundinnen und Kunden bei uns, die auf solche Betrugsversuche hereingefallen sind.» Dies sagt Migros-Mediensprecherin Laura Dikhoff zu Nau.ch. «Unter den Betroffenen sind auch Kundinnen und Kunden, die infolge eines solchen Betrugsversuchs Geld verloren haben.»
Kundinnen und Kunden, die eine Zahlung getätigt haben, empfiehlt der Grossverteiler, umgehend die Bank zu kontaktieren. «Und Anzeige bei der Polizei zu erstatten.»
Auf Facebook warnt der orange Riese selbst vor den «Phishing-Angriffen».
Der Grossverteiler stellt klar: «Diese Nachrichten werden nicht von der Migros verschickt.» Auch stünden diese in keiner Verbindung zu ihr. «Bitte ignoriere die Nachricht, leite sie nicht weiter, beantworte sie nicht und klicke insbesondere nicht auf den Link.»
Migros mahnt zur Vorsicht
Die Migros stellt derzeit eine Zunahme von Phishing-Nachrichten und Fake-Mails fest, die missbräuchlich in ihrem Namen verschickt werden. Sie bedauerten, dass Kriminelle ihre Marke für solche Zwecke missbrauchten, sagt die Mediensprecherin.
Sie prüften entsprechende Meldungen laufend. Auch leiteten sie verdächtige Fälle an ihre zuständigen Fachstellen weiter.
Der Grossverteiler mahnt zur Vorsicht, wenn unverlangt besonders attraktive Angebote, Geschenke oder angebliche Gewinne versprochen werden. «Und dafür persönliche Daten oder Zahlungsinformationen verlangt werden.» Weitere Warnsignale seien ungewöhnliche Absenderadressen, Schreibfehler oder die Aufforderung, rasch zu handeln.
Auch empfiehlt der Grossverteiler, keine Links in verdächtigen Nachrichten anzuklicken und keine persönlichen Daten preiszugeben. Fragliche Angebote sollten Empfänger stets über die offiziellen Kanäle der Migros überprüfen.

















