Migros fordert Rückzug von Aldi-Preisvergleich
In einer neuen Werbekampagne vergleicht Aldi die Preise der eigenen Kassenzettel mit denen der Konkurrenz. Nun wehrt sich die Migros gegen die Werbung.

Das Wichtigste in Kürze
- In einer Werbekampagne stichelt der Discounter Aldi gegen die Migros.
- Mit dem Vergleich von Kassenzetteln wirbt Aldi für seine billigen Preise.
- Migros kritisiert die Kampagne, die Vergleiche seien «irreführend und teilweise falsch».
59.34 Franken anstatt 88.55 – die Botschaft der neuen Aldi-Werbekampagne ist klar. Das Unternehmen will aufzeigen: Bei uns kaufst du am billigsten ein. In der Werbung wird das klar belegt, indem Aldi eigene Kassenzettel mit jenen der Konkurrenz vergleicht.
Da wird zwar der Name der Migros gepixelt, bleibt aber gut lesbar.
Seit vergangenem Wochenende läuft die Werbekampagne. Die Werbung war unter anderem auf der Frontseite der Sonntagszeitung und auf Plakaten zu sehen. Wie der «Tagesanzeiger» in Erfahrung gebracht hat, sorgte dies für Unmut bei der Migros.
Auf Anfrage der Zeitung schreibt die Migros: «Unsere Analysen der von Aldi kommunizierten Preisvergleiche haben gezeigt, dass die Vergleiche irreführend und teilweise falsch sind.» Die Detailhändlerin habe Aldi daher aufgefordert, die irreführenden Werbeaussagen zurückzuziehen.
Auch die Migros macht Preisvergleiche
Dabei kritisiert Migros nicht grundsätzlich das Vergleichen der Preise. Denn auch die Migros wirbt teilweise mit günstigen Preisen, etwa indem sie die eigenen Produkte mit Markenartikeln vergleicht.
Das Unternehmen störe sich vor allem daran, dass für die Kunden nicht nachvollziehbar sei, welche Produkte genau verglichen wurden.
Auf den Werbungen sind nämlich keine vollständigen Kassenzettel abgedruckt. Stattdessen steht nach der Auflistung einiger Produkte einfach «weitere Artikel». Um den Rest der Artikel zu sehen, muss eine Website aufgerufen werden.
Coop-Kassenzettel wurden auch verglichen
Nebst der Migros werden die Preise von Aldi in den Werbungen auch mit Coop-Preisen verglichen. Auf Anfrage des «Tagesanzeiger» schreibt Coop, man kommuniziere «grundsätzlich keine Details zu Aktionen Dritter».
Auch Aldi bezieht gegenüber der Zeitung Stellung. Laut dem Discounter wolle man der Kundschaft vermitteln: «Wer zu Aldi Suisse wechselt, spart beim Einkauf Geld.» Ein direkter Angriff auf die Preise der Mitbewerber sei nicht beabsichtigt.
Die Art der Werbung sei laut den entsprechenden Regulierungen «erwünscht und gesetzeskonform».
Es ist nicht das erste Mal, dass Aldi gegen die Migros stichelt. Auch Preisvergleiche mit Kassenzetteln sind bei Aldi nichts Neues.

















