Meret Oppenheim war eine wichtige Vertreterin des Surrealismus. Bis Mitte 2022 wird eine Auswahl ihrer Werke im Berner Kunstmuseum zu bestaunen sein.
Meret Oppenheim
Ein Gemälde von Meret Oppenheim im Berner Kunstmuseum. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Kunstmuseum Bern zeigt eine Ausstellung zu Meret Oppenheim.
  • Es handelt sich erstmals um eine transatlantische Retroperspektive.
  • 150 Schlüsselwerke der Surrealistin sind zu sehen.

Ihre Pelztasse ist weltbekannt. Dadurch wurde die Künstlerin Meret Oppenheim in den 1930-er Jahren zu einer wichtigen Vertreterin des Surrealismus. In einer grossen Retrospektive zeigt das Kunstmuseum Bern, dass Oppenheim weit mehr war als das.

Die Wahlbernerin liess sich zeitlebens nie in Schubladen stecken und hat unablässig zeitgenössische Einflüsse verarbeitet.

Transatlantische Retroperspektive zu Meret Oppenheim

In Bern werden nun erstmals Oppenheims wenig aufgearbeitete Werke der Nachkriegsjahre reflektiert. Es werden Affinitäten zu zeitgenössischen Kunstströmungen wie Pop Art, Nouveau Réalisme, Arte Povera oder postmodernem Design aufgezeigt.

In Zusammenarbeit mit der Menil Collection und dem Museum of Modern Art entstand die erste transatlantische Retrospektive zu Meret Oppenheim. Darin ist ihr Werk aus fünf Jahrzehnten zu sehen. Das teilte das Kunstmuseum Bern am Mittwoch mit.

Meret Oppenheim
Zwei Mitarbeitende bringen das Werk «Neue Sterne» von Meret Oppenheim in die Ausstellungsräume des Kunstmuseums Bern. - sda - Keystone/PETER KLAUNZER

Oppenheims radikal offenes Kunstkonzept und ihre Verbundenheit mit den lebendigen Kunstszenen in Paris, Basel und Bern werden deutlich. Sowie auch die Bedeutung für ihre künstlerischen Schaffensphasen.

Die Retrospektive umfasst rund 150 Schlüsselwerke auf Papier, Objekte, Skulpturen, Zeichnungen und Gemälde. Sie gibt Einblick in das weltweit grösste Museumskonvolut der Künstlerin im Kunstmuseum Bern. Bern ist die erste Station der Ausstellung und die einzige in Europa.

Die Ausstellung öffnet am 22. Oktober ihre Tore und dauert bis Mitte Februar 2022.

Das Leben von Meret Oppenheim

Meret Oppenheim wurde 1913 in Berlin geboren. Nach der Schulzeit fällte sie den Entschluss, Künstlerin zu werden. Mit nur 18 Jahren fuhr sie 1932 erstmals für einige Monate nach Paris. Dort lernte sie Künstler wie Jean Arp, Alberto Giacometti, Max Ernst und Sophie Taeuber-Arp kennen.

In den 1930-er Jahren emigrierte die Familie in die Schweiz, da sie aufgrund ihres jüdischen Namens in Deutschland diskriminiert wurde. In Basel fühlte sich Oppenheim isoliert von ihren Pariser Künstlerfreunden, von denen viele ebenfalls vor den Nationalsozialisten geflohen waren.

Meret-Oppenheim-Brunnen
Brunnen von Meret Oppenheim. - Keystone

1949 heiratete Oppenheim Wolfgang La Roche und zog mit ihm nach Bern. Dort endete schliesslich 1954 die seit 1937 anhaltende und von Oppenheim selbst als Krise bezeichnete Phase. Sie bezog ein Atelier und wurde Teil der sehr lebendigen Berner Kunstszene, die sich regelmässig im Café du Commerce traf.

1972 bezog sie wieder ein Atelier in Paris und pendelte von da an zwischen Bern, Paris und Carona im Tessin. 1984 zeigte die Kunsthalle Bern erstmals eine grosse Oppenheim-Retrospektive.

Umstrittener Brunnen

Unweit des Kunstmuseums Bern steht seit 1983 ein von Oppenheim geschaffener Brunnen. An dem Kunstwerk schieden und scheiden sich die Geister bis heute.

Der Brunnen besteht aus einer Betonsäule, an der spiralförmig Wasser herunterfliesst. In den Wasserrinnen haben sich über die Jahre, von der Künstlerin so gewollt, Pflanzen angesiedelt. Im Winter bilden sich Eiszapfen. Das kalkhaltige Wasser bildet Tuffsteinauswüchse.

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