Mehrheit der Cannabis-Konsumenten regelt den Konsum selbst

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    Bern,

    Die Stadt Bern liess eine Studie über den Konsum von Cannabis durchführen. Sie ist mit ihren 1300 Teilnehmern nicht repräsentativ, aber dennoch aufschlussreich.

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    Eine Cannabis-Pflanze. - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Stadt Bern beauftragte eine Studie über den Cannabis-Konsum.
    • Mit 1300 Teilnehmern ist sie nicht repräsentativ, aber dennoch aufschlussreich.
    • Die Studie zeigt, dass die grosse Mehrheit der Konsumenten den Umgang selbst reguliert.

    Die meisten Cannabis-Konsumierenden frönen ihrer bis dato illegalen Leidenschaft ohne negative gesundheitliche oder soziale Auswirkungen. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag präsentierte Studie der Universität Bern.

    Die Studie ist mit 1300 Teilnehmenden nicht repräsentativ. Laut Studienleiter Hansjörg Znoj vom Institut für Psychologie liefert sie dennoch aufschlussreiche Erkenntnisse darüber, wie Konsumierende mit der Substanz umgehen.

    Strategien zur Selbstregulation

    So zeigte sich, dass eine grosse Mehrheit der Cannabis-Konsumenten erfolgreich Strategien anwendet, um das «Kiffen» im Griff zu behalten. Die Stadtberner Gemeinderätin Franziska Teuscher (Grüne) sagte: «Die grosse Mehrheit der befragten Konsumierenden zeigt dank Verhaltensstrategien zur Selbstregulation einen unproblematischen Umgang mit Cannabis.» Die Stadt Bern ist die Auftraggeberin der Studie.

    Cannabis vs. Kokain
    Im Welschland ist Cannabis-Konsum bei Jugendlichen häufiger als in der Deutschschweiz. - sda - KEYSTONE/AP The Canadian Press/CHRISTOPHER KATSAROV

    Die Konsumierenden setzen auf verschiedene Strategien unabhängig von Alter, Geschlecht und Ausbildung. So vermeiden manche Konsumierenden beispielsweise vor wichtigen Aufgaben wie Arbeit, Schule oder Autofahren den Konsum.

    Wer häufiger solche Strategien anwendet, konsumiert insgesamt weniger und zeigt weniger Zeichen von Abhängigkeit. Die Studienteilnehmenden, die Strategien anwenden, fühlten sich zudem subjektiv gesünder.

    Junge «Kiffer»

    Das Anwenden solcher Strategien bedarf allerdings der Fähigkeit, selbstverantwortlich zu handeln und Impulse unter Kontrolle halten zu können. Etwas, das jüngeren und wenig gebildeten Personen mitunter etwas schwerer fällt.

    Am meisten aktuell Konsumierende finden sich laut Studie in der Altersgruppe der 13- bis 30-jährigen. So fällt bei der Konsumhäufigkeit der hohe tägliche Konsum bei Personen auf, die sich in einer Lehre oder Ausbildung befinden. Je höher das Ausbildungsniveau, desto seltener ist der Konsum.

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    Die aktuelle Verbotspolitik wird von den Studienteilnehmenden nicht als sinnvoll erachtet. (Symbolbild) - Pixabay

    Im Rahmen der Studie wurden die Teilnehmenden auch zu ihrer Haltung bezüglich des gesellschaftlichen Umgangs mit Cannabis befragt. Wenig sinnvoll erachteten die Studienteilnehmenden die aktuelle Verbotspolitik. Ebenso wenig Zustimmung erhielt eine vollständige Legalisierung. Anklang fanden Regulierungsmassnahmen wie etwa eine Altersgrenze, ein Werbeverbot oder der Verkauf über Spezialgeschäfte mit geschultem Personal.

    Teuscher fordert Richtungswechsel

    «Die Resultate bestätigen, was die Befürwortenden eines Richtungswechsels in der Cannabis-Politik der Schweiz schon lange postulieren», sagte Franziska Teuscher. Das Ende der Verbotspolitik sei angezeigt.

    Etwas mehr als ein Prozent der Konsumenten weisen einen problematischen Konsum auf. Mit dem Modell des regulierten Verkaufs könnte man auch sie erreichen, führte Teuscher aus. Beim Kontakt mit der Verkaufsstelle sehe man beispielsweise, in welcher Verfassung sich die Konsumierenden befänden, sagte Teuscher.

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