Massiv weniger Taufen in der katholischen Kirche
Die Corona-Pandemie hat auch bei der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz Spuren hinterlassen. Die Taufen gingen um rund einen Drittel zurück.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Corona-Pandemie hatte auch Einfluss auf die katholische Kirche.
- Laut einer neuen Statistik gingen die Taufen 2020 um rund ein Drittel zurück.
- Die Zahl der Kirchenaustritte blieb auf gleich hohem Niveau beständig.
Die Corona-Pandemie hat auch bei der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz Spuren hinterlassen. Laut einer neuen statistischen Auswertung fanden 2020 rund ein Drittel weniger Taufen statt als noch im Jahr zuvor.
Immer noch viele Austritte
Im ersten Pandemiejahr seien in der Schweiz insgesamt 11'926 Personen, meist Kinder, römisch-katholisch getauft worden. Dies schreibt das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) mit Sitz in St. Gallen in der am Dienstag veröffentlichten Studie. 2019 hatte es schweizweit noch rund 17'700 Taufen gegeben.
Die Zahl der Kirchenaustritte lag den Angaben zufolge nur geringfügig unter dem Rekordwert von 2019: 2020 traten 31'140 Personen aus der römisch-katholischen Kirche aus, im Jahr zuvor waren es 31'772 Personen gewesen.

In der Studie analysiert das SPI auch die Entwicklung der Mitgliederzahlen in den letzten zehn Jahren und wagt eine Prognose. Basierend auf der Annahme, dass sich die beobachteten Trends im selben Ausmass fortsetzen.
Dabei kommt das Institut zum Schluss, dass die absolute Zahl der Katholikinnen und Katholiken innerhalb des nächsten Jahrzehnts stabil bleibt. Die Studie ist denn auch mit dem Titel «Totgesagte leben länger» überschrieben. Hauptgrund dafür ist laut den Forschenden die Einwanderung katholischer Personen in die Schweiz.
Einfluss der Kirche nimmt ab
Zugleich gehen die Studienautoren jedoch davon aus, dass der prozentuale Anteil der Katholikinnen und Katholiken an der Bevölkerung sinkt. Damit dürfte auch der gesamtgesellschaftliche Einfluss der Kirche abnehmen, geben sie zu bedenken. Und es stellten sich herausfordernde Fragen, etwa was den Erhalt historischer Kirchengebäude angehe,
Für die Studie wertete das SPI Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) und eigene Erhebungen aus. Hinzu kamen Daten der Kantonalkirchen.








