Männer gehen zum Beauty-Doc, wenn es die Frau vormacht

Stephan Felder
Stephan Felder

Region Zug,

Wenn die Partnerin vorlegt, ziehen Männer nach: Beauty-Eingriffe sind längst kein reines Frauenthema mehr. Auch dank Vorbildern wie Robert Geiss.

Schönheitsoperationen
Wie bei den Geissens: Männer legen sich unters Schönheits-Messer, weil sie es bei ihren Frauen gesehen haben. - keystone/lucernclinic

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Männeranteil in Schönheitskliniken steigt zuletzt auf bis zu 20 Prozent.
  • Viele Männer kommen durch ihre Partnerinnen oft erstmals mit Beauty-Themen in Kontakt.
  • Männer wollen frischer wirken und nicht «gemacht» aussehen.

Dass Robert Geiss sich kürzlich für eine Lidstraffung entschieden hat, dürfte viele nicht überrascht haben.

Schliesslich ist das Thema Beauty-Eingriffe bei den Geissens dank Ehefrau Carmen längst Alltag. Und: Immer öfter ziehen Männer in Sachen Schönheits-OPs nach, wenn ihre Partnerinnen vorlegen.

Bei Familie Geiss ist diese Dynamik offensichtlich. Ehefrau Carmen Geiss hat mit ihren Eingriffen schon vor Jahren vorgelegt. Und sie spricht ganz offen darüber.

Männer wollen frischer und fitter aussehen

Facelift, Eigenfett-Spritze, Kieferkontur: Für sie ein «Gamechanger». Für ihn Inspiration.

Denn: Der 62-Jährige entschied sich ebenfalls für eine Lidstraffung. Nicht nur aus Eitelkeit, sondern auch aus praktischen Gründen.

Kennst du einen Mann, der eine Beauty-OP gemacht hat?

Sein müder Blick störte ihn, die hängenden Lider beeinträchtigten sogar das Sichtfeld. «Ich wollte einfach frischer aussehen», sagt er. Das ist laut Fachleuten typisch für männliche Patienten.

beauty op
Robert Geiss legte sich für wachere Augen unters Messer. - Screenshot RTL

Männer kommen selten mit dem Wunsch, schöner zu werden. «Sie möchten vor allem frischer, fitter und leistungsfähiger wirken», erklärt die Zuger Chirurgin Kelly Vasileiadou.

Ein gepflegtes Äusseres werde zunehmend auch im beruflichen Umfeld wichtig. Besonders bei Führungskräften oder Personen des öffentlichen Lebens.

Kelly Vasileiadou
Die Zuger Chirurgin Dr. Kelly Vasileiadou. - zVg

Noch dominieren Frauen die Ästhetik-Branche klar. Doch es gibt Bewegung: In Vasileiadous Klinik liegt der Männeranteil inzwischen bei 15 bis 20 Prozent. Tendenz steigend.

Auch Jürg Häcki von der Lucerne Clinic bestätigt: Rund 20 Prozent seiner Patienten sind männlich, und die Offenheit gegenüber Eingriffen wachse.

Viele Männer kommen durch ihre Partnerin in Kontakt mit dem Thema

Auffällig dabei: Der Zugang zum Thema erfolgt oft über die Partnerin. «Häufig kommen Männer erstmals über ihre Partnerin mit dem Thema in Kontakt», sagt Vasileiadou.

Sie sehen, welche Resultate möglich sind und verlieren die Scheu. Genau dieses Muster zeigt sich auch bei Robert Geiss: «Da meine Frauen vorgelegt haben, habe ich gedacht, dass ich mal nachlege», sagt der TV-Star.

Doch nicht nur Frauen beeinflussen Männer. Auch im Freundeskreis wird offener darüber gesprochen, als viele denken. Zufriedene Patienten bringen Kollegen oder Geschäftspartner mit.

Jürg Häcki
Dr. Jürg Häcki von der Lucern Clinic. - zVg

Inhaltlich setzen Männer andere Schwerpunkte als Frauen. Besonders gefragt sind Lidstraffungen, Fettabsaugungen oder minimalinvasive Behandlungen wie Botox.

Gleichzeitig legen sie grossen Wert auf Natürlichkeit: «Sie möchten keinesfalls ‹gemacht› wirken», so Vasileiadou.

Auch männliche Schönheitsideale sind im Wandel

Ein wachsendes Thema sind zudem Eingriffe, die früher kaum im Fokus standen. So berichten Fachleute etwa von steigender Nachfrage nach Brustverkleinerungen bei Männern.

Interessant ist: Während Partnerinnen oft als Türöffner wirken, entstehen gewisse Trends auch unabhängig davon.

In der Lucerne Clinic zeigt sich bei Behandlungen gegen Schwitzen oder beim Tattoo-Lasern ein Männeranteil von bis zu 50 Prozent.

«Es sind diverse Gründe, aus welchem Leidensdruck Männer uns aufsuchen. Sie wollen sich schlussendlich wie unsere weiblichen Patientinnen in ihrer Haut wohlfühlen», sagt Häcki. Weniger die Optik als vielmehr das Wohlbefinden steht also im Vordergrund.

Am Ende bleibt der Eingriff für viele Männer dennoch ein Schritt, der Überwindung kostet. Ganz wie bei Robert Geiss, der offen über seine Angst vor der Narkose spricht. Doch sein Fazit fällt positiv aus: «Ich bin mit meinem neuen Look sehr zufrieden.»

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Kommentare

User #5213 (nicht angemeldet)

Um dann in den Klatschblättern auf der Titelseite zu stehen?

User #2535 (nicht angemeldet)

Ich mache auch täglich mein Beauty Programm als Mann, das heisst gesundes Essen, genug Wasser und insbesondere genug Schlaf. Wer auf dies verzichtet kann später ja mit dem Messer oder der Spritze nachhelfen, aber es ist immer nur die Fassade, darunter wird man nichts machen können ohne Lebenswandel zu ändern.

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