Der Verein Long Covid Schweiz fordert vom Bundesrat die Einführung eines Fonds, damit Medikamente zur Behandlung von Long Covid entwickelt werden können.
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Von Long Covid betroffene Menschen spüren die Folgen des Coronavirus noch Monate später. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz soll ein Long-Covid-Fonds eingeführt werden.
  • Das fordert der Verein Long Covid Schweiz vom Bundesrat.
  • Damit sollen Medikamente entwickelt werden, die Betroffenen helfen können.

Der Verein Long Covid Schweiz will einen Fonds zur Erforschung und Entwicklung von Medikamenten zur Heilung von Long Covid schaffen. Dazu wird der Bundesrat in einem offenen Brief aufgefordert.

Aktuelle Behandlungen seien symptomorientiert und würden der Komplexität der Erkrankung nicht gerecht, wie der Verein im am Freitag veröffentlichten offenen Brief schreibt.

Zwei Long-Covid-Medikamente in Europa im Zulassungsprozess

Die Mehrheit der Betroffenen leide auch nach vielen Monaten noch unter belastenden Beschwerden. Das belaste das Schweizer Gesundheitswesen schwer.

Long Covid
In einer Klinik am Teutoburger Wald in Deutschland werden Long-Covid-Patienten behandelt. - dpa

Der Verein fordert, dass eine interdisziplinäre Kommission aus Forschenden, Ärztinnen und Patienten Therapie-Ansätze gemeinsam auswerten und Betroffenen möglichst schnell zugänglich machen.

Auf Europäischer Ebene befinden sich laut Verein bereits zwei Medikamente für Long Covid im Zulassungsprozess. Der Fonds soll auch in der Schweiz vergleichbare Studien und Bewilligungsanträge ermöglichen.

Rund 200'000 Personen betroffen

Zudem sollen Fachgesellschaften interdisziplinär zusammenarbeiten, Long-Covid-Sprechstunden mehr Personal erhalten und die allgemeine Kenntnis von Long Covid unter Ärztinnen und Ärzten verbessert werden.

Der Verein Long Covid Schweiz geht davon aus, dass rund zehn Prozent aller Infizierten an Langzeitfolgen des Coronavirus leiden. Long Covid würde aktuell also rund 200'000 Personen in der Schweiz betreffen.

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