Lindsey Vonn

Lindsey Vonn: Schreie live übertragen – darum war SRF machtlos

Valentin Köpfli
Valentin Köpfli

Italien,

Schock an Olympia: Ski-Ikone Lindsey Vonn stürzt am Sonntag heftig. Weltweit hören Millionen ihre Schmerzensschreie. Warum hat SRF nicht eingegriffen?

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Der Sturz von Lindsey Vonn in der Wiederholung. - SRF

Das Wichtigste in Kürze

  • Lindsey Vonn verletzte sich bei der Abfahrt an den Olympischen Winterspielen schwer.
  • Der Unterschenkel ist gebrochen.
  • Es hagelt Kritik an der Live-Übertragung.
  • SRF hatte jedoch keinen Einfluss auf die Bild- und Tonregie.

Die schrecklichen Bilder sorgen weltweit für Entsetzen: Ski-Superstar Lindsey Vonn hat sich am Sonntag bei einem fürchterlichen Sturz an den olympischen Winterspielen schwer verletzt.

Mit einem Helikopter musste sie abtransportiert werden. Die Diagnose: Unterschenkelbruch!

Am Montag musste sie zum zweiten Mal unters Messer. Die aussergewöhnliche Karriere der 41-Jährigen droht damit endgültig beendet zu sein.

Regie sendet Schreie von Lindsey Vonn weiter

Als Vonn nach einem Sprung in Schieflage gerät und hart auf die Eispiste knallt, verschlägt es den SRF-Kommentatoren den Atem: «Ouhh nein», entfährt es Moderator Marco Felder geschockt. Dann wird es kurz still.

Während sich Vonn anschliessend die Schmerzen aus dem Leib schreit, sagt Felder eindringlich: «Liebe Regie, nehmt doch bitte ein anderes Mikrofon.»

Doch die Schreie bleiben auf Sendung.

Es hagelt Kritik

Auch das Moderatoren-Duo im Deutschen Fernsehen ist nach dem Sturz von Lindsey Vonn völlig fertig. Kommentator Bernd Schmelzer sagt betroffen: «Es ist ein Albtraum. Das ist ein Sturz, den ich in dieser Brutalität in fast 40 Jahren nicht erlebt habe.»

Ex-Skirennfahrer Felix Neureuther wird noch deutlicher – und spart nicht mit Kritik an der Regie: «Das ist unerträglich. Macht doch den Ton aus. Ich nehme die Kopfhörer jetzt runter.»

Moderationskollege Schmelzer pflichtet ihm bei: «Ich muss das jetzt nicht dreimal sehen. Ich habe da eine andere Vorstellung von Empathie als die Regisseure teilweise. Das muss man nicht zeigen.»

Warum hat SRF Ton nicht abgestellt?

Nicht nur die Moderatoren fragen sich verärgert: Warum haben SRF und ZDF den Ton nicht einfach abgeschaltet? Und warum wurde die schwer verletzte Vonn immer wieder im Fernsehen gezeigt?

Fest steht: Der erste Zorn greift zu kurz. Beide Sender hatten keinen Einfluss auf Bildregie oder Tonsignal.

Hätte die Regie den Ton abstellen sollen?

Verantwortlich für die internationale Übertragung sind die sogenannten Olympic Broadcasting Services.

Sämtliche TV-Sender weltweit übernehmen die Bilder und den Ton der internationalen Produktion. Dies bestätigt das SRF auf Anfrage von Nau.ch.

Zurück bleibt dennoch ein bitterer Beigeschmack – und ein TV-Moment, den viele Zuschauer so schnell nicht vergessen werden.

Kommentare

User #3492 (nicht angemeldet)

Also die Frage ob ihre Karriere vorbei ist, ist wohl sehr sarkastisch. Natürlich ist sie vorbei, was denn sonst.

User #6212 (nicht angemeldet)

Wow, ihr Glück ist es, dass man heute solche Brüche reparieren kann, erstaunlicher medizinischer Fortschritt in Bezug von "Flicken" 😅

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