Wie Lindsey Vonn: Auch Schweizer kämpften mit Kreuzbandriss weiter
Lindsey Vonn will sich nicht vom Traum Olympia 2026 abhalten lassen. Es ist nicht die erste Sportlerin, die mit Kreuzbandriss weiterkämpft.

Das Wichtigste in Kürze
- Lindsey Vonn verkündet am Dienstagnachmittag, dass sie sich das Kreuzband gerissen hat.
- Aufgeben? Daran denkt die US-Amerikanerin nicht.
- Auch Schweizer Sportler kämpften bereits mit Kreuzbandriss weiter.
- Franco Marvulli (Rad) und Leonie Wieland (Unihockey) feierten gar grosse Siege.
Lindsey Vonn (41) verkündet wenige Tage vor der Abfahrt an Olympia 2026 Schock-Nachrichten: Die US-Amerikanerin hat sich beim Sturz in Crans-Montana das vordere Kreuzband im linken Knie komplett gerissen. Auch der Meniskus ist beschädigt.
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An der Pressekonferenz verkündet die Olympiasiegerin von aber nicht etwa ihr Out für die Winterspiele. Nein, Lindsey Vonn gibt grünes Licht!
Nach drei Tagen Physiotherapie und ärztlichen Besprechungen sei sie auf die Ski zurückgekehrt. «Es fühlt sich stabil und stark an», sie sei «zuversichtlich», an der Abfahrt starten zu können.
Weiterkämpfen, trotz Kreuzbandriss. Speziell – ein Novum ist das Vorhaben von Lindsey Vonn aber nicht. Auch zwei Schweizer Athleten haben schon grosse Triumphe gefeiert.
Franco Marvulli, Rad: Sieg beim Sechstage-Rennen
Velo-Ass Franco Marvulli (heute 47) stürzt zu Beginn des Jahres 2008 eine Treppe hinunter und zieht sich einen Kreuzbandriss zu. Eine monatelange Pause? Keineswegs.
Marvulli entscheidet sich gegen eine Operation vor den Olympischen Spielen. Zu gross das Risiko, dass er ansonsten (zu) lange ausfallen würde.
So entstehen kuriose Bilder: Marvulli taucht bei den Rennen jeweils mit Krücken auf, steigt dann auf das Velo. Und fährt gewohnt erfolgreich.
Zusammen mit Bruno Risi gewinnt er das Sechstage-Rennen in Berlin. An Olympia in Peking reicht es dann für Rang elf.
Leonie Wieland, Unihockey: Weltmeisterin mit Kreuzbandriss
Nati-Spielerin Leonie Wieland reisst sich im April des vergangenen Jahres das Kreuzband. Für den WM-Traum setzt die Stürmerin der Kloten-Dietlikon Jets alle Hebel in Gang.
Die heute 24-Jährige verzichtet auf eine Operation. Um so schnell wie möglich zu genesen, setzt sie auf ein spezielles Reha-Programm. «Rundumbetreuung», nennt sie es bei «SRF».

Weil Versicherung, Klub und Verband nicht zahlen, startet Wieland ein Crowdfunding. 7000 Franken kommen zusammen. Der Plan geht voll auf.
Wieland wird von Nati-Trainer Oscar Lundin aufgeboten und ist in allen sechs WM-Partien der Schweiz dabei. Die Schweizerinnen werden Weltmeisterinnen.
Janka und Hählen fahren mit Kreuzbandriss
Carlo Janka erleidet im Oktober 2017 im Training auf der Diavolezza einen Kreuzbandriss. Der Bündner entscheidet sich gegen eine Operation. An Olympia in Pyeongchang ist er so mit dabei – in der Kombination wird er Fünfzehnter. Janka startet auch in die nächste Saison ohne OP.
Noch heute mit gerissenem Kreuzband fährt Joana Hählen. Die Bernerin erhielt im Februar 2024 eine verrückte Diagnose: «Es scheint, als hätte ich zwei Jahre lang ohne ein rechtes Kreuzband Ski gefahren», so Hählen.

Tiger Woods, Golf: Unglaublicher US-Open-Triumph
Auch ganz grosse Namen trotzten einem Kreuzbandriss. So etwa Tiger Woods, der frühere Partner von Lindsey Vonn.
Im Jahr 2008 feiert der US-Amerikaner an den US Open einen unglaublichen Triumph. Woods beisst sich wochenlang durch.

Erst nach dem Sieg beim Major-Turnier kommt heraus, dass der Golf-Superstar mit Kreuzbandriss, Bänderverletzungen und Stressfrakturen im Schienbein spielte.
Philip Rivers, NFL: Humpelnd auf dem Feld
Der Quarterback der San Diego Chargers reisst sich im Divisional Game der Playoffs das vordere Kreuzband im rechten Knie. Hinzu kommt ein Meniskusschaden.
Im AFC Championship Game gegen die Patriots eine Woche später stehe Rivers dennoch auf dem Feld. Der NFL-Star wirft humpelnd für 211 Yards, kann das Ausscheiden aber nicht verhindern.

















