Wasser

    Limmat-Wasser rettet Gemüse im Furttal vor dem Verdursten

    Judith Sacchi
    Judith Sacchi

    Dietikon,

    Die Anlage der Bewässerungsgenossenschaft Furttal läuft diesen Sommer auf Hochtouren. Über 400’000 Kubikmeter Wasser retten Gemüse und Co. vor dem Verdursten.

    Bewässerung im Furttal - volle Leistung für durstige Felder
    Dank dem Limmatwasser spriesst das Gemüse im Furttal. - Judith Sacchi

    Ein rund 12,6 Kilometer langes Leitungsnetz sorgt dafür, dass gut 525 Hektaren Kulturland im Furttal bewässert werden können. «Das ist ein absolutes Rekordjahr, was den Verbrauch betrifft», meint Ueli Forster, der Präsident der Bewässerungsgenossenschaft Furttal (BGF).

    Seit Monaten laufen die Pumpen auf Hochtouren und der Sommer ist noch nicht vorbei, «wir müssen das Wasser sicher überlegt einsetzen.» Bis jetzt sind in diesem Jahr über 400’270 Kubikmeter Wasser auf die Felder gelangt.

    Beim Bau der Anlage wurde mit einem Durchschnittsverbrauch von rund 265’000 Kubik gerechnet. «Wir sind also weit über dem Durchschnitt und auch über dem Verbrauch der letzten Jahre», meint Forster.

    Ohne diese Anlage hätten es die Produzenten in diesem Jahr wohl schwer, ihre Felder zu bewässern, fügt er ein wenig nachdenklich an. Die besagte Anlage ist das Resultat einer klaren Ansage vom AWEL im Jahr 2009, als die Bauern darauf hingewiesen wurden, dass das Grundwasser- und Furtbachrecht nicht mehr für die Ewigkeit gesichert sei.

    Ins Feld führten sie damals einerseits die Hygiene und andererseits, dass das Grundwasser anders gebraucht werde. «Das ANL hatte die Idee einer Bewässerungsanlage mit dem Wasser aus der Limmat schon länger einmal aufs Papier gebracht», sieht Forster zurück.

    Die Produzenten griffen diese Idee auf und gründeten 2014 die Bewässerungsgenossenschaft Furttal, präsidiert von Ueli Forster.

    Bewässerung im Furttal - volle Leistung für durstige Felder
    Ueli Forster ist Präsident der Bewässerungsgenossenschaft Furttal. - Judith Sacchi

    Die nächsten vier Jahre standen ganz im Zeichen von verschiedensten Abklärungen. «Wir mussten viele Gespräche führen und Gutachten erstellen», so der Präsident.

    Viel Arbeit sei die Umsetzung des Durchleitungsrechtes gewesen, «es waren rund 40 verschiedene Landbesitzer, durch deren Land die Leitungen verlegt werden sollten.»

    Es folgte 2018 die Baueingabe, drei Jahre später die Baubewilligung und im Sommer 2022 ging die Anlage in Betrieb.

    Über den Hüttikerberg ins Tal

    Die Wasserfassung steht an der Limmat in Oetwil. Von dort aus wird das Wasser mit einem Druck von 16 Bar zum Hochspeicher auf dem Hüttikerberg gepumpt und fliesst dann in das Leitungsnetz für die Bewässerung. Beim Furtbach verzweigt sich das Netz zu den Betrieben im Furttal.

    Die Anlage ist auf eine Tagesleistung von 8 300 Kubik ausgelegt. Mittels einer hydraulischen Drossel wird der Bezug gestoppt, wenn der Wasserverbrauch zu hoch wird. 18 Betriebe können das Wasser aus der Anlage beziehen, von Otelfingen bis nach Regensdorf.

    43 Hydrantenanschlüsse, acht fixe Anschlüsse und acht mobile Hydranten sorgen dafür, dass die Produzenten das wertvolle Nass auf ihre Felder verteilen können. Ebenso verfügen drei Betriebe über ein Speicherbecken, welche nicht oberste Priorität haben, innerhalb von 24 Stunden aber gefüllt werden.

    Dass das Wasser in der Limmat auch versiegen könnte, daran glaubt Ueli Forster nicht. «Das ist eine sichere Wasserquelle durch ein starkes Gewässer.» Dies ist auch nötig, um genügend Wasser für die Produzenten zu liefern, wobei es sich vor allem um Gemüseanbau handelt. An manchen Tagen wird in diesem Jahr 6000 bis 7000 Kubik Wasser von der Limmat ins Furttal gepumpt.

    Bewässerung im Furttal - volle Leistung für durstige Felder
    Dank dem Limmatwasser spriesst das Gemüse im Furttal. - Judith Sacchi

    Jeder Bezüger kann auf einem Dashboard den Weg des Wassers verfolgen. «So können sie sich untereinander auch absprechen», meint Forster.

    Dass übrigens im Moment neue Mitglieder in die Genossenschaft aufgenommen würden, sieht Ueli Forster eher als schwierig an. «Aber natürlich können Interessierte einen Antrag stellen», meint er.

    Das Bewässerungsprojekt sieht Ueli Forster nicht zu Unrecht als Pionieranlage mit Zukunft. Es gäbe momentan im Kanton Schaffhausen einige Gemeinden, welche eine ähnliche Anlage mit Wasser aus dem Rhein planen würden.

    Ob das System im Furttal irgendwann noch vergrössert wird, werde sich zeigen, momentan sei das kein Thema. Denn nach vielen Jahren von der Idee bis hin zum Betrieb ist das Projekt in diesem Jahr vollständig abgeschlossen, heisst, auch die ANL-Vertreterin Susanne Preiswerk, wird sich nun zurückziehen.

    Wird 2026 der neue Jahrhundertsommer?

    «Sie hat uns in den Jahren begleitet, mit Rat und Tat unterstützt und war eine äusserst wertvolle Hilfe für uns», so Forster. Eine kleine Fahrt durchs Furttal zeigt, was die über 8 Millionen teure Anlage, welche von Bund und Kanton mitfinanziert wurde, zu leisten vermag.

    Das Wasser sprudelt vielerorts aus den Hydranten in die Wasserschläuche und lässt Salat und Co. spriessen. In den Wintermonaten ist geplant, die Anlage dann 3 bis 4 Monate abzustellen, war von Ueli Forster zu erfahren.

    Dies nicht zuletzt wegen der Quaggamuschel, deren Laich durch den direkten Kontakt der Anlage zum Flusswasser in das System gelangen kann. Wird die Anlage einige Zeit stillgelegt, kann der invasiven Art die Lebensgrundlage entzogen werden, falls sie als «blinde Passagierin» in die Leitungen gelangt ist.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst im «Furttaler» erschienen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #1788 (nicht angemeldet)

    Ein regelrechter Irrsinn, wegen ein wenig überteuretem Gemüse

    User #3990 (nicht angemeldet)

    Rentner Paul 1 . Das Wasser fliesst und die Felder gedeihen aber manch Bauer die von dieser Anlage nicht profitieren sind die Frustrierten . Jetzt kommt die Fantasie ins Spiel , wir bauen gemeinsam auch einen grossen Teich und dann kommt "ohweh" der Paragraphen-Heini und sagt Stopp , seid ihr Rechte oder Linke Anhänger der Verhinderer , dann ist Schluss von der Träumerei ! So geht Politik , vielleicht hilft dann die Lobbyistenvereinigung in Bern ?

    Weiterlesen

    landwirtschaft
    8 Interaktionen
    Wegen Hitzewelle
    trockenheit
    36 Interaktionen
    Zölle aufgehoben
    Bauern mähen
    94 Interaktionen
    Wegen Hitze
    Nachhaltigkeit
    53 Interaktionen
    Konsum

    MEHR WASSER

    480 euro zahnbürste
    6 Interaktionen
    CameraJet
    Limmat
    10 Interaktionen
    Zürich
    Wasserversorgung Goldingen-Meilen
    165 Interaktionen
    Seit 100 Jahren
    Grindelwald BE
    45 Interaktionen
    Wasser knapp

    MEHR AUS AGGLO ZüRICH

    Schweizer Franken CHF Kredit
    Spreitenbach
    Seniorin
    78 Interaktionen
    Geduldsprobe
    Affoltern am Albis ZH
    Affoltern am Albis ZH
    12 Interaktionen
    Meilen ZH