Über 1000 Agrarbetriebe melden bei Versicherung Hitzeschäden an
Die anhaltende Hitze und Trockenheit setzten der Schweizer Landwirtschaft stark zu. Rund 1100 Landwirtschaftsbetriebe haben bisher bei der Schweizer Hagel Schäden wegen Trockenheit angemeldet. Die Nachfrage nach entsprechenden Versicherungen hat in den letzten Jahren stetig zugenommen.

«Die Hälfte aller bei Schweizer Hagel in diesem Jahr eingegangenen Schäden betraf die Hitze», stellt Urs Schuler, Leiter Pflanzenversicherungen bei Hagel Schweiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA fest. Das sei überdurchschnittlich viel.
Bereits rund 1100 Schadenmeldungen aus allen Gebieten der Schweiz seien dazu eingegangen. Die häufigsten Meldungen stammten dabei aus den westlichen Landesteilen, wo auch die meisten Versicherungsverträge mit Trockenheitsdeckung bestünden.
Schweizer Hagel versichert aktuell laut eigenen Angaben rund 2350 Betriebe gegen das Risiko Trockenheit. Versichert sind vor allem Ackerkulturen, nämlich ungefähr 46'000 Hektaren. Das entspricht einem Anteil an der gesamten offenen Ackerfläche von rund 17 Prozent.
Viele Landwirte hätten vorsorglich Schäden für Winterkulturen, wie Weizen, Gerste und Raps gemeldet, stellt Schuler fest. Die Erträge seien aber glücklicherweise meist besser als befürchtet ausgefallen.
«Deutlich stärker betroffen sind hingegen Sommerkulturen, insbesondere Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben und Sonnenblumen sowie das Grasland», so Schuler. Für einzelne Betriebe seien die Ertragseinbussen sehr gross. Da ein Grossteil der stark betroffenen Kulturen noch nicht geerntet wurde, sei es aktuell noch zu früh, um das gesamte Ausmass der Schäden im laufenden Jahr zu beziffern.
Die zunehmende Trockenheit hat den Wetterversicherungen für Landwirtschaftsbetriebe einen leichten Schub verliehen. Die Nachfrage nach Versicherungsprodukten mit Trockenheitsdeckung bei Hagel Schweiz hat nach Angaben von Schuler in den vergangenen Jahren einen moderaten, aber stetigen Zuwachs verzeichnet.
Einen Teil dazu beigetragen hat dabei die Einführung der Prämienverbilligung des Bundes für die Risiken Frost und Trockenheit. Der Bund beteiligt sich seit 2025 mit 30 Prozent an der Prämie. Die Massnahme ist zunächst bis Ende 2032 befristet.
Im ersten Umsetzungsjahr haben laut dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) rund 2500 Betriebe – von insgesamt rund 46'000 – eine solche Prämienverbilligung beantragt. Der Bund stellt dafür etwas über zwei Millionen Franken zur Verfügung. Rund 57 Prozent der Verbilligungen entfielen auf das Risiko Trockenheit. Die zuständige Behörde zeigte sich mit dieser Entwicklung zufrieden, die Nachfrage entspreche den Erwartungen.
Im laufenden Jahr dürfte die Zahl der Versicherten laut dem BLW um rund zehn Prozent steigen. Die Verträge für das laufende Jahr sind allerdings schon vor der diesjährigen Trockenperiode abgeschlossen worden.






